Interview mit Martin Stauvermann
Wahlen stets mit Herzblut organisiert

Rosendahl. Seit mittlerweile 40 Jahren ist Martin Stauvermann, stellvertretender Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, im Rosendahler Rathaus tätig. Im Jahr 1980 hat er als Organisator seine erste Wahl begleitet. Nun geht der 63-Jährige steil auf die Rente Ende März zu. Im Gespräch mit Redakteur Leon Eggemann spricht der gebürtige Darfelder über seine letzte Wahl, die er als Wahlorganisator begleiten wird, besondere Erinnerungen und Zukunftspläne.

Samstag, 12.09.2020, 06:07 Uhr
Interview mit Martin Stauvermann: Wahlen stets mit Herzblut organisiert
Martin Stauvermann geht nach 40 Jahren in der Rosendahler Verwaltung in Rente. Am morgigen Sonntag ist er zum letzten Mal als Wahlorganisator tätig. Foto: Leon Eggemann

Herr Stauvermann, was macht die Aufgabe des Wahlorganisators so spannend?

Martin Stauvermann: Es ist so spannend, weil jede Stimme zählt – diese Situation haben wir in Rosendahl bereits hautnah erlebt. Für mich persönlich ist die Wahlvorbereitung eine der spannendsten Aufgaben in der Verwaltung. Die Organisation muss punktgenau bis hin zum Wahlende passen. Bislang haben wir keine Fehler gehabt, die eine Wahl beeinflusst hätten – das soll am Sonntag auch so bleiben.

Welche Aufgaben stehen für Sie am Wahltag an?

Martin Stauvermann: Grundsätzlich stehen wir für mögliche Fragen von Wahlvorständen und Bürgern zur Verfügung. Dazu müssen wir ab 18 Uhr bereit sein, die Schnellmelde-Ergebnisse in Empfang zu nehmen und diese auch im Rathaus präsentieren. Dazu werden diese Meldungen für die Landrats- und Kreistagswahl weitergeleitet. Ein Dank gilt an dieser Stelle allen Rathaus-Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, ohne die die Wahl nicht zu stemmen wäre.

Wird es für Sie komisch sein, ein letztes Mal eine Wahl aktiv zu begleiten?

Martin Stauvermann: Der Gedanke, dass es vielleicht etwas komisch sein könnte, ist mir schon gekommen. Ich bin auch nicht unbedingt froh, diese Aufgaben nun abzugeben. Für die kommende Bundestagswahl habe ich bereits angeboten, bei Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Trübt die andauernde Coronakrise ihren Abschied vom Rathaus in den vergangenen Monaten?

Martin Stauvermann: Die Coronakrise hat uns im Ordnungsamt viel Arbeit gemacht. Einige Stunden sind Schutzmaßnahmen und Kontrollen zum Opfer gefallen. Getrübt hat Corona meine letzten Monate allerdings nicht – im Ordnungsamt muss man sowieso auf alles gefasst sein.

Welche Herausforderungen abseits von Corona haben Sie in den vielen Jahren in der Verwaltung besonders gefordert?

Martin Stauvermann: Speziell die Organisation von Märkten und Messen. In Zusammenarbeit mit den Werberingen und den Ausstellern war die vorherige Planung immer eine Herausforderung.

Sind Ihnen dabei einige Momente ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Martin Stauvermann: Es ist natürlich toll, wenn ich die realisierten Märkte besuche und den großen Andrang sehe. Dann ist klar, dass sich die viele Arbeit auch gelohnt hat. Darüber hinaus war es immer etwas besonderes, als stellvertretender Standesamtleiter die Trauungen durchzuführen. Auch die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im Fachbereich schätze ich sehr, sie werden mir ganz sicher fehlen.

Bleiben Sie der Gemeinde Rosendahl als Bürger weiterhin erhalten?

Martin Stauvermann: Also aus Darfeld wegziehen will ich nicht mehr. Dazu will ich im Heimatverein Darfeld weiter aktiv bleiben, im kommenden Jahr habe ich dafür wieder mehr Zeit.

Gutes Stichwort: Haben Sie schon Pläne für die anstehende Rente?

Martin Stauvermann: Also am ersten Rententag fliegt auf jeden Fall der Wecker aus dem Fenster. Außerdem möchte ich mir in Zukunft mehr Zeit für den heimischen Garten oder sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren nehmen.

Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?

Martin Stauvermann: Ich sitze mit ihm bereits in einem Büro. Henning Illerhues wird ab April 2021 meinen Posten einnehmen. Grundsätzlich wünsche ich ihm im Umgang mit den Bürgern, dass er ein richtiges Händchen beweist, um so ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dazu wünsche ich ihm, dass er stets mit Herzblut an die Arbeit geht und das Interesse an ihr nicht verliert. Auch wenn es manchmal anstrengend sein kann, sollte der Spaß nie verloren gehen.

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