Diskussionen um den Umgang mit der ehemaligen Gaststätte Rahms
Rat gegen eine Unterschutzstellung

Darfeld. Die Ratsmitglieder haben sich in ihrer letzten Sitzung der noch laufenden Wahlperiode einstimmig bei drei Enthaltungen gegen eine Unterschutzstellung des Gebäudekomplexes um die ehemalige Gaststätte Rahms ausgesprochen. Damit widerspricht der Gemeinderat dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), das historische Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Stattdessen will die Verwaltung einem Investor ermöglichen, auf dem Gaststätten-Grundstück ein Gebäude für seniorengerechten Wohnungsbau zu errichten. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss hatten sich die Ausschuss-Mitglieder nicht auf einen Beschlussvorschlag einigen können. Stattdessen sprachen sie sich mehrheitlich dafür aus, den Dialog mit dem LWL vorerst ohne konkrete Positionierung fortzuführen.

Montag, 12.10.2020, 06:36 Uhr
Diskussionen um den Umgang mit der ehemaligen Gaststätte Rahms: Rat gegen eine Unterschutzstellung
Nachdem im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss kein Beschlussvorschlag erarbeitet wurde, stimmten die Ratsmitglieder nun einstimmig bei drei Enthaltungen gegen eine Unterschutzstellung des Gebäudekomplexes um die ehemalige Gaststätte Rahms. Foto: Leon Eggemann

Im Vorfeld der Diskussionen informierte Bürgermeister Christoph Gottheil die Ratsmitglieder darüber, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr das Gutachten des LWL vorgelegt zu haben. „Er kann sich vorstellen, bei Gesprächen die Rolle des Moderators zu übernehmen“, erklärte Gottheil und merkte vorab an: „Aus eigener Erfahrung weiß der Landrat von Fällen, in denen sich die Kommune nach einem klaren Votum des Rates durchgesetzt hat.“ Gottheil selbst bekräftigte nochmals seine Position, sich mit einem Beschluss gegen die Unterschutzstellung zu stellen. Wie auch im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss erhielt der Bürgermeister Rückendeckung von der Fraktion der Wählerinitiative Rosendahl. „Wir müssen bei den Gesprächen ein klares Zeichen setzen“, forderte etwa Tobias Espelkott. „Es spricht gegen die Entwicklung von Darfeld, an dem Gebäude festzuhalten.“ Auch Hartwig Mensing festigte die Positionierung der Wählergemeinschaft. „Wir waren mit der gesamten Fraktion vor Ort, letztlich halten wir das Gebäude trotz ansehnlicher Dinge wie die Bodenfliesen nicht für denkmalwürdig.“ Winfried Weber wies zusätzlich darauf hin, dass dem LWL die Interessen der Darfelder Bevölkerung letztlich egal seien. „Wir brauchen funktionsfähige Häuser und keine Ruinen“, brachte es der Fraktionsvorsitzende der Grünen auf den Punkt.

Im Ausschuss hatte Klaus-Peter Kreutzfeldt noch darauf gepocht, dass möglicherweise Bürger sich für den Erhalt des Gebäudekomplexes einsetzen. „Dieser Versuchsballon ist ins Leere gelaufen“, stellte er fest. „Die SPD kann daher einer Unterschutzstellung nicht zustimmen.“ Frederik-Maximilian Lethmate von der CDU-Fraktion sprach sich dafür aus, dass das Gebäude einer modernen Nutzung zugeführt werde. „Letztendlich habe ich eine andere Auffassung, welche Durchführung das Denkmalschutz-Verfahren vorsieht“, sagte er. Sein Partei-Kollege Guido Lembeck betonte letztlich, dass es ein Moderationsverfahren brauche, um einen Vergleich zu erzielen. „Dafür müssen wir uns klar positionieren und dann schauen, was bei den Gesprächen mit dem LWL passiert“, machte er deutlich.

Mit dem bei drei Enthaltungen von Frederik-Maximilian Lethmate, Alfred Eimers und Ralf Steindorf (alle CDU) einstimmigen Beschluss, das Objekt „Darfelder Markt 21“ nicht in die Denkmalliste aufnehmen zu wollen, ist letztendlich genau diese klare Positionierung erzielt worden.

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