Kirchengemeinde äußert sich zum Bauvorhaben am Bolzplatz
Alle Beteiligten zufriedenstellen

Osterwick. Die Planungen, auf der als Bolzplatz genutzten Grünfläche neben dem Osterwicker Friedhof Wohngrundstücke zu schaffen, haben hohe Wellen geschlagen (wir berichteten). Nun meldet sich mit der katholischen Kirchengemeinde Ss. Fabian und Sebastian der Besitzer der Fläche zu Wort. „Es ist natürlich schön, dass Kinder hier so lange gespielt haben und teilweise immer noch spielen“, freut sich Pfarrer Hubert Hambrügge. Er war es, der vor 16 Jahren, damals noch als leitender Pfarrer, gemeinsam mit dem Kirchenvorstand die Nutzung der Fläche als Bolzplatz erlaubte.

Mittwoch, 21.10.2020, 05:16 Uhr
Kirchengemeinde äußert sich zum Bauvorhaben am Bolzplatz: Alle Beteiligten zufriedenstellen
Michael Neumann (links) dankt Pfarrer Hubert Hambrügge, der als leitender Pastor 2004 die Erlaubnis für die Bolzplatznutzung der Grünfläche neben dem Friedhof mitgetragen hat, mit frischen Walnüssen für seine damalige Entscheidung. Foto: Leon Eggemann

Durch die veränderte Beerdigungskultur, bei der vermehrt Rasen- beziehungsweise Urnengräber bevorzugt werden, werde die Grünfläche, die aktuell noch als Bolzplatz genutzt wird, nicht mehr als Erweiterungsfläche für den Friedhof gebraucht. „Es wurde festgestellt, dass der Bedarf an Gräbern für die nächsten Jahrzehnte gedeckt sein wird“, führt Hambrügge aus. Nun soll die Fläche Menschen mit Bauwunsch zur Verfügung gestellt werden. „Wir bedauern es, dass Kinder und Jugendliche bald nicht mehr dort spielen können“, betont der Pfarrer. „Deshalb ist es auch unser Wunsch, dass eine passende Alternative zum Bolzplatz gefunden wird.“ Schließlich könne es die Kirche nur unterstützen, dass es genügend Spielmöglichkeiten gibt. Gleichzeitig wolle man aber auch jungen Familien ermöglichen, sich vor Ort den Wunsch des Eigenheims zu erfüllen. Damit Kinder aber noch so lange wie möglich dort spielen können, habe der aktuelle leitende Pfarrer Dirk Holtmann bereits angekündigt, dass der Bolzplatz solange das Planungsverfahren noch läuft, auch als solcher genutzt werden soll.

Hambrügge selbst habe erstaunt auf die aufgekommene Kritik zum Vorhaben aus dem näheren Umfeld reagiert. „Allerdings kann man diesen Einsatz auch positiv sehen, da sich sehr für so eine Spielfläche eingesetzt wird“, kann Hambrügge auch die Anwohner verstehen. „Deshalb hoffen wir sehr auf eine am besten ortsnahe Ersatzfläche, damit alle Beteiligten zufriedengestellt werden.“ Gleichzeitig findet er lobende Worte für die jahrelang gute Beziehung zu der Nachbarschaft des Friedhofs. „Der Umgang mit der Fläche war immer sehr verantwortungs- und respektvoll – gerade wenn auf dem Friedhof Beerdigungen stattfanden“, schildert Hambrügge.

Michael Neumann machte unterdessen deutlich, dass die Fläche ohnehin nur temporär als Bolzplatz eingeplant war. „Wir sollten den Fokus vielmehr darauf legen, Dank für die lange Nutzung zu sagen, als die Planungen zu kritisieren“, meint er. „Ohne die Erlaubnis der katholischen Kirchengemeinde wäre eine Nutzung gar nicht erst möglich gewesen.“ Stattdessen will Neumann, der sich 2004 eingesetzt hat, die Fläche vorübergehend als Bolzplatz zu nutzen, den Blick in die Zukunft richten. „Es gilt jetzt nach vorne zu schauen, um eine Alternative zu suchen und zu schaffen.“

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