Christine Scholz ist neue sozialpädagogische Fachkraft in Osterwick
In der Schule bereits bestens eingelebt

Osterwick. Viel Zeit, um sich einzuleben, brauchte sie nicht. Im Gegenteil: „Durch meine Arbeit bei der offenen Jugend- und Kinderarbeit Rosendahl war mir der Ort und die Schule mit ihrer Leitung und dem Kollegium schon bestens bekannt“, lächelt Christine Scholz. Sie ist seit dem 1. Oktober als sozialpädagogische Fachkraft in der Sebastian-Grundschule in Osterwick tätig.

Freitag, 27.11.2020, 06:20 Uhr
Christine Scholz ist neue sozialpädagogische Fachkraft in Osterwick: In der Schule bereits bestens eingelebt
Seit knapp zwei Monaten ist Christine Scholz als sozialpädagogische Fachkraft in der Sebastian-Grundschule in Osterwick tätig. Viel Eingewöhnungszeit hat sie nicht gebraucht, mit der Schule war sie durch ihre vorherige Arbeit bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit Rosendahl bereits bestens bekannt. Foto: Leon Eggemann

Bereits nach dem Fachabitur war ihr klar, beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. „Ich habe soziale Arbeit studiert“, verrät die 35-Jährige. „In meiner Diplomarbeit habe ich mich bereits mit sozialen Prozessen im Schulunterricht beschäftigt.“ Also optimale Voraussetzungen für eine Anstellung in einer Grundschule. Nach dem Studium und dem Absolvieren von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zog es sie allerdings erst in die Jugendarbeit. „Seit 2011 bin ich nun in Osterwick“, erzählt Christine Scholz. Bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit Rosendahl habe sie vor allem die große Altersspanne von sechs bis teilweise 27 Jahren gereizt. „In dieser Zeit habe ich hautnah miterlebt, wie sich Kinder zu Jugendlichen und Jugendliche zu Erwachsenen entwickeln. Da ist es natürlich schwierig als langjähriger Begleiter einen neuen Weg einzuschlagen“, betont die gebürtige Coesfelderin. Gleichzeitig habe sie aber gemerkt, dass der richtige Moment für eine Veränderung gekommen sei. „Neben der Jugendarbeit habe ich bereits in der Übermittagsbetreuung an mehreren Schulen gearbeitet“, ergänzt sie. „Ein Fuß war also immer in der Schule.“ Der Tapetenwechsel in Richtung sozialpädagogischer Arbeit war da naheliegend. „Ich wollte schon immer in die Schule. Als ich von der Ausschreibung hier in Osterwick gehört hatte, habe ich nicht gezögert“, schmunzelt Christine Scholz.

Mittlerweile ist sie in das komplett neue Aufgabenfeld Schule eingetaucht. „Ich habe einen eigenen Stundenplan und bin sechs Stunden pro Tag im Unterricht in allen Klassen eingeteilt“, schildert die neue Schul-Sozialpädagogin. Wie sie im Unterricht mitwirkt, sei dabei ganz individuell. „Je nach Bedarf führe ich mit den Schülern Einzelgespräche, manchmal setze ich mich einfach zu ihnen“, führt sie aus. Hauptaugenmerk hat sie dabei auf die Jahrgänge der ersten und zweiten Klassen. „Ich will sie so unterstützen, dass ihnen ein positiver Start in die Schulzeit gelingt“, nennt Christine Scholz ihr Ziel. Dieser sei Grundstein einer erfolgreichen Schullaufbahn. „Wenn der Start in die Schulzeit negativ erlebt wird, beeinflusst das in den meisten Fällen die gesamte Schullaufbahn“, weiß sie. Besonders der Umgang mit beispielsweise Fehlern beim Rechnen oder Schreiben oder der Vergleich zu Klassenkameraden, die in ihrer Entwicklung fortgeschrittener sind, können zu einem massiven Motivationsverlust bei den Kindern führen. „Genau da setzen wir an, indem wir das Selbstbewusstsein der Schüler aufbauen und ihre Motivation stärken“, sagt Christine Scholz.

Den Lehrern greift sie mit ihrer Arbeit unter die Arme. „Mit ihren Lehrplänen und all den anderen Schülern in der Klasse ist es schwierig, zurückfallende Kinder individuell zu betreuen“, merkt die 35-Jährige an. In persönlichen Gesprächen versucht sie dann, die Ursachen hinter einem Leistungsabfall oder zwischenmenschlichen Problemen herauszufinden. „Die Kinder dürfen mich dabei duzen. Christine ist deutlich persönlicher als Frau Scholz“, schmunzelt sie. „Es ist spürbar, wenn Kinder Redebedarf haben.“

Bei Schulleiter Thomas Middelberg ist die Freude über die neue Mitarbeiterin groß. „In beinahe allen Kommunen im Kreis gibt es bereits so eine Stelle“, berichtet er. Als das Schulamt im Sommer eine Ausschreibung empfohlen hat, kam die Schule dieser sofort nach. „Über die Bewerbung von Christine haben wir uns sehr gefreut. Sie hat die entsprechenden Qualifikationen. Dazu kannten wir uns bereits durch ihre vorherige Tätigkeit“, lobt der Schulleiter. Von anfänglicher Schüchternheit ist nichts zu sehen. Christine Scholz ist längst angekommen.

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