Schüler der Paulus-van-Husen-Schule seit einigen Wochen im Online-Unterricht
Digitales Lernen mittlerweile alltäglich

Rosendahl/Legden. Ein paar Tage Eingewöhnungszeit hat es schon gebraucht. „Der Schritt vom normalen Unterricht in der Schule hin zum Home-Schooling war etwas komisch“, gibt Julian Entrup, Schüler der Paulus-van-Husen-Schule zu. Seit dem 18. Dezember sitzt der Osterwicker regelmäßig vor dem Bildschirm, um gemeinsam mit seinen Mitschülern in einer Online-Klasse zu lernen. Trotz kleiner Anfangsschwierigkeiten geht nach mittlerweile einigen Wochen Home-Schooling alles seinen gewohnten Gang.

Donnerstag, 04.02.2021, 06:43 Uhr
Schüler der Paulus-van-Husen-Schule seit einigen Wochen im Online-Unterricht: Digitales Lernen mittlerweile alltäglich
Wann sich Schüler Julian Entrup wieder auf seinen Platz in der Klasse setzen kann, steht angesichts der fortschreitenden Pandemie noch in den Sternen. Bis dahin heißt es für ihn Home-Schooling, was auch für Mutter Susanne Entrup (hinten) fordernd ist. Foto: Leon Eggemann

„Schulbeginn ist um 8.10 Uhr“, erzählt Julian. Nach 50 Minuten reiner Unterrichtszeit bekommen die Schüler dann zehn Minuten „Wechselpause“, um kurz zu verschnaufen und danach einer neuen Video-Konferenz beizutreten. Nach der zweiten Stunde gibt es dann eine längere Frühstückspause. „Der Alltag wird an den Schulplan angepasst“, lächelt der Schüler. Anschließend geht es wieder in den Unterricht. Montags und mittwochs hat er um 15.30 Schulschluss, an den restlichen Wochentagen schon in der Mittagszeit.

„Wir haben die normalen Stundenpläne ins Digitale übertragen“, informiert Schulleiter Knut Kasche. In der aktuellen Situation von Normalität zu spreche, falle ihm allerdings nicht leicht. „Das Zwischenmenschliche fehlt. Lehrer und Schüler sind aktuell gezwungen, eigenständiger zu arbeiten“, redet er nicht um den heißen Brei herum. So fehle vielen der Kontakt zu den Mitschülern, aber auch die Lehrer haben keine Möglichkeit, sich in den Pausen untereinander auszutauschen. Auch bei Julian bröckelt nach so langer Zeit zu Hause die Motivation. „So langsam habe ich genug vom Home-Schooling“, erklärt er. Vor allem Gespräche mit Freunden in der Pause, aber auch die Möglichkeit, im Unterricht persönliche Nachfragen zu stellen, fehle ihm besonders.

Dieser Widrigkeiten zum Trotz fällt das Zwischenzeugnis für den Online-Unterricht nach Meinung des Schulleiters positiv aus. „Im Vergleich zum ersten Lockdown haben wir extrem nachgesteuert und uns schon im vergangenen September auf einen möglichen zweiten Lockdown vorbereitet“, schaut er zurück. So habe sich schnell eingependelt, dass die Lehrer schon frühzeitig das Lernmaterial für die kommende Schulwoche online hochladen. „Die Schüler können also ihre Woche schon vorab planen und Arbeitsblätter passend ausdrucken“, so Kasche. Damit auch wirklich alle Schüler die Möglichkeit zum Lernen haben, liefern zum Teil Schulsozialarbeiter die Materialien nach Hause, andere Jugendliche bekommen einen Laptop gestellt.

Die in vielen Teilen Deutschlands kritisierten Internet- oder Technikprobleme blieben nahezu vollständig aus. „Dadurch kann man den Unterricht auch gut verfolgen“, lobt Julian. Auch seine Mutter Susanne Entrup, die gleichzeitig als Elternpflegschaftsvorsitzende agiert, sieht die Schule im Umgang mit der derzeitigen Situation gut aufgestellt. „Wie ich es beurteilen kann, wird das Lernpensum wie im Präsenzunterricht beibehalten“, schildert sie ihre Eindrücke. Zugleich stellt das Home-Schooling auch eine Herausforderung für die Eltern dar. „Ob man zum Beispiel ein Auge auf das Druckerpapier hat oder dem Kind bei einer Frage zum Lernstoff unter die Arme greifen soll – als Elternteil ist man aktuell mitgefordert“, verdeutlicht Susanne Entrup.

Wie lange die derzeitige Schulform noch inne hält, steht noch nicht fest. „Offiziell ist der Präsenzunterricht bis zum 12. Februar ausgesetzt. Es gibt wohl erste Überlegungen, danach in den Wechselunterricht zurückzukehren“, berichtet Kasche. „Klar ist definitiv, dass nach Karneval nicht mit allen Klassen Präsenz-unterricht durchgeführt werden kann.“ Schüler und Lehrer müssen also noch ein wenig Geduld mitbringen. Eine Gelegenheit, sich zumindest kurz abseits der Bildschirme wiederzusehen, hatten sie erst kürzlich: bei der Übergabe der Halbjahreszeugnisse.

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