Bahnhofsgelände erfreut sich großer Beliebtheit
„Darfeld über ein Jahrhundert geprägt“

Darfeld. Ein paar Anzeichen dafür, was für ein Betrieb damals am Bahnhof Darfeld herrschte, gibt es noch. „Zum Beispiel die ehemalige Fahrschein-Ausgabe“, erklärt Rolf van Deenen, während er in den Schrank mit hunderten Fahrscheinen greift. 37 Jahre ist es bereits her, dass hier die letzten Tickets gekauft wurden. „Am 30. September 1984 ist der letzte planmäßige Personenzug durch unseren Bahnhof gefahren“, verrät der erste Vorsitzende des Heimatvereins Darfeld. Gegenstände wie etwa die rot-weiß gestreifte Bahnschranke oder eben dieser Schrank voll mit Zugtickets erinnern noch heute an die lange Geschichte des Bahnhofs.

Montag, 01.03.2021, 07:00 Uhr
Bahnhofsgelände erfreut sich großer Beliebtheit: „Darfeld über ein Jahrhundert geprägt“
Foto: Leon Eggemann

Begonnen hat diese im Jahr 1879, als Darfeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen und auch das Bahnhofsgebäude gebaut wurde. „Insgesamt gab es hier fünf Gleise“, informiert van Deenen. Neben einem Durchgangsgleis ging es auf einem in Richtung Coesfeld, auf dem anderen nach Rheine. Hinzukommen ein Gleis für die Viehverladung sowie ein eigenes Gleis für den damaligen Landhandel Bölte. „Hier muss immer schwer was los gewesen sein. Als Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Norddeutschland war unser Bahnhof vor allem für die Industrie von großer Bedeutung“, erzählt van Deenen. Mit der Zeit nahm die Wichtigkeit allerdings immer weiter ab. Güterzüge wurden zunehmend in Coesfeld beladen. 1977 verlor der Bahnhof seine Selbstständigkeit und wurde Horstmar unterstellt, ehe der Standort 1984 aus dem Bahnnetz genommen wurde.

„Genau in dem Jahr als der Heimatverein Darfeld ins Leben gerufen wurde“, kann sich Gründungsmitglied van Deenen noch gut erinnern. „Für uns hat sich die Einstellung des Schienenverkehrs im Nachhinein als Segen herausgestellt.“ Schließlich suchte der neue Verein jahrelang nach einem passenden Heimathaus. „Als 1989 die alten Stellwerke abgerissen wurden, richtete sich der Fokus auf das alte Bahnhofsgebäude. Es hat die Geschichte von Darfeld über ein Jahrhundert geprägt“, schildert van Deenen. Dieses hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre brach gelegen – und dementsprechend sah es auch aus. „Über 18 Monate wurden insgesamt 2000 Arbeitsstunden für die Restaurierung geleistet“, verrät der 1. Vorsitzende.

Nach der Einweihung 1991 sollte das Bahnhofsgebäude vor allem auch als Treffpunkt für Vereine dienen. „Die Idee hat sich bis heute durchgesetzt. Über Ausstellungen, Thater, Firmentagungen bis standesamtliche Hochzeiten ist hier einiges los“, freut sich van Deenen. Während sich das Bahnhofsgebäude in all den Jahren als Anlaufstelle großer Beliebtheit erfreute, hatte das Außengelände noch Luft nach oben.

Bis 2013. In diesem Jahr wurden zwei Projekte, die das Bahnhofsgelände weiter aufwerteten, fertiggestellt. Zum einen der Bahntrassen-Radweg, zum anderen der Generationenpark. „Seitdem geht es hier richtig ab. Das Gelände wird von allen Generationen super angenommen“, sieht van Deenen alle Erwartungen übertroffen. Zumal mit dem Backhaus, dem Schutzraum oder auch der neuen Markisen-Überdachung mit weiteren Anziehungspunkten neue Reize am Bahnhof geschaffen wurden.

Damit auch der Geist des damaligen Geländes weiter innehält, hat sich der Heimatverein ebenfalls etwas einfallen lassen. „Wir haben den Außenbereich noch mit alten Schienen-Abschnitten ergänzt“, so van Deenen. „Die erinnern noch an Zeiten, wo der Bahnhof noch Bahnhof war.“ Schließlich soll auch die Geschichte des Ortes weiter in Erinnerung bleiben.

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