In Rosendahl kommt es immer wieder zu Wildunfällen
„Das Einzige, was hilft, ist langsam fahren“

Rosendahl. Seit vielen Jahren haben sich Unfallschwerpunkte herauskristallisiert. Immer wieder kommt es auf denselben Strecken zu Verkehrsunfällen – ausgelöst durch Wildwechsel. „Besonders gefährlich wird es da, wo zwei Waldzonen von einer Straße durchtrennt werden“, informiert der Rosendahler Hegeringsleiter Sebastian Meyer. Beste Beispiele sind die Strecken von Midlich nach Höven, vom Brink in Richtung Holtwick sowie auf der Landesstraße 555 zwischen Coesfeld und Osterwick in Höhe Varlar.

Donnerstag, 04.03.2021, 06:28 Uhr
In Rosendahl kommt es immer wieder zu Wildunfällen: „Das Einzige, was hilft, ist langsam fahren“
Gerade in den Morgenstunden sollten Autofahrer aktuell besonders auf ihre Umgebung achten. Wie Sebastian Meyer, Leiter des Rosendahler Hegerings, informiert, kann es vor allem an Standorten, wo zwei Waldzonen von einer Straße durchtrennt werden, gefährlich werden. Foto: ADAC

„Wir kommen jetzt wieder in die Phase, wo auf den Feldern junges Grün wächst, das sorgt gerade in den Morgenstunden immer wieder für Wildwechsel“, erklärt Meyer. Für Autofahrer ist also höchste Vorsicht geboten. „Das Einzige, was hilft, ist langsam fahren“, betont der Hegeringsleiter. So könne schneller auf die potenzielle Gefahr reagiert werden. „Sollte auf oder an der Straße aus der Distanz ein Reh entdeckt werden, gilt sofort Fernlicht aus, Tempo drosseln und bei viel Straßenverkehr dringend das Warnblinklicht anschalten“, veranschaulicht der Experte die richtige Vorgehensweise. Trotz dieser Tipps kommt es in Rosendahl immer wieder zu Zwischenfällen. „Pro Jahr verzeichnen wir 60 bis 70 gemeldete Wildunfälle“, erzählt Meyer. Die Dunkelziffer könne dabei allerdings noch höher sein.

Sollte es zu einem Unfall kommen, gibt es einige Schritte zu beachten. Zuallererst muss die Unfallstelle abgesichert werden. „Dazu muss in jedem Fall die Polizei angerufen werden, nicht nur der Jäger oder Förster“, macht Meyer deutlich. So kann die Polizei in einem sogenannten Jagdkataster nachschlagen, welcher Revierinhaber zu informieren ist. „Wichtig zu erwähnen ist auch, ob das Tier noch lebt und in den Wald gewechselt ist oder ob es tot ist“, ergänzt Meyer. Für ihn besteht nämlich die Pflicht, nach Unfällen mit einem Hund die Spur des Tieres aufzunehmen, um es, wenn nötig, von seinen Leiden zu erlösen. „Besonders hilfreich ist dabei, den genauen Standort durchzugeben“, schildert der Jäger. Dafür können die Straßen-Poller genutzt werden, an denen ein genauer Kilometerstand abgelesen werden kann. „Das würde uns die Suche natürlich erleichtert“, schmunzelt er.

Abseits des Wildwechsels hat Meyer noch ein besonderes Anliegen. „Aufgrund der Pandemie nutzen immer mehr Menschen den Wald als Erholungsort“, nimmt er wahr. Allerdings sorgen Spaziergänger und Mountain-Biker, die sich nicht auf den Waldwegen aufhalten, dafür, dass sie die Ruhe von Reh-und Damwild stören. „Eigentlich befinden sich die Rehe im Winter in Ruhe, ungebetene Gäste wühlen sie auf, wodurch sie mehr Energie verbrauchen“, zählt Meyer auf. Das hat zur Folge, dass die Tiere dazu neigen, junge Pflanzen frühzeitig zu verbeißen. „Junge Pflanzen, die wir für den Wald-Umbau brauchen. Neu aufgeforstete Flächen können also deutlich langsamer gedeihen, als wir das geplant haben“, verdeutlicht Meyer. Aus diesem Grund appelliert er, neben den Einhalten der vorgegebenen Wege auch die Hunde an die Leine zu halten. „Wir alle wollen die Natur weiterhin nutzen, dann müssen wir uns auch an die Regeln halten“, fordert Meyer. „Jäger und Bevölkerung müssen an einem Strang ziehen, so tun wir der Natur gemeinsam einen großen Gefallen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7849047?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker