Gespräch mit Friseur Dieter Bronstering
Nach dem Ansturm ist vor dem Ansturm

Rosendahl. Während es ab dieser Woche Lockerungen für den Einzelhandel gibt, haben die Rosendahler Friseure bereits seit einer Woche wieder geöffnet. Einer von ihnen ist Dieter Bronstering, der jeweils einen Salon in Holtwick und Osterwick führt. Im Gespräch mit Redaktionsmitglied Leon Eggemann erzählt er über die erste Arbeitswoche, die Resonanz aus der Bevölkerung und die Eingewöhnungszeit nach mehreren Monaten ohne Schere in der Hand.

Dienstag, 09.03.2021, 05:45 Uhr
Gespräch mit Friseur Dieter Bronstering: Nach dem Ansturm ist vor dem Ansturm
Hatte am Montag noch etwas Zeit, um seine Friseursalons wieder auf Vordermann zu bringen: Dieter Bronstering. Auch in den nächsten Tagen rechnet er mit einem ähnlichen Ansturm wie in der vergangenen Woche. Foto: Leon Eggemann

Herr Bronstering, seit einer Woche dürfen Sie und Ihr Team nun wieder ran an die Haare. Wie sieht Ihr erstes Zwischenfazit aus?

Dieter Bronstering: Ich wüsste kein Wort, dass unsere Erleichterung am besten beschreibt. Es war wirklich unglaublich, was hier los war. Wir sind überrannt worden, aber unsere Läden stehen noch (lacht). Zwischendurch war auch das Ordnungsamt da und hat kontrolliert, ob hier alles coronakonform abläuft. Da sich alle an die Regeln gehalten haben, konnten wir uns aber wieder schnell dem Haare-Schneiden widmen. Natürlich war der Ansturm für uns sehr schön, aber auch stressig. In der vergangenen Woche mussten statt 100 auch mal 150 Prozent gegeben werden. Da ging es morgens eher los und es wurde abends länger.

War die Freude bei den Kunden genauso groß wie bei Ihnen?

Dieter Bronstering: Also ich habe selten so oft das Wort „Endlich“ oder den Satz „Es wurde aber auch Zeit“ gehört (grinst). Viele konnten es kaum abwarten, endlich wieder die Haare geschnitten zu bekommen. Aber auch darüber hinaus war zu spüren, dass der soziale Kontakt zwischen Personal und Kunden wirklich gefehlt hat. Was mich besonders gefreut hat, waren Fotos, die mir im Anschluss an den Friseurbesuch geschickt wurden, wo sich Personen mit Daumen hoch noch einmal bedankt haben. Die Anerkennung war wirklich riesig und bemerkenswert.

Hatten Sie und Ihre Kollegen denn mit den langen Haaren Ihrer Kunden zu kämpfen?

Dieter Bronstering: Bei manchen haben zum Teil Familienangehörige Hand angelegt, da musste wir höchstens ein bisschen ausbessern. Bei anderen war das schon eine haarigere Angelegenheit. Letztendlich hat jeder unserer Kunden einen Neu-Haarschnitt bekommen. Nach so langer Zeit ohne Friseurbesuch war der übliche Schnitt gar nicht mehr zu erkennen. Dazu gab es aber auch Kunden, die jetzt auf die Idee gekommen sind, sich doch die Haare etwas länger stehen zu lassen. Diese haben den Lockdown quasi als Zwischenphase genutzt, um auch mal eine Langhaar-Frisur auszuprobieren. Da sind dann manche auf den Geschmack gekommen.

Hat es denn nach Monaten ohne Schere in den Händen etwas gebraucht, um wieder in den Rhythmus zu kommen?

Dieter Bronstering: Bei den ersten Haarschnitten war man vielleicht ein wenig langsamer, aber die Technik verlernt man nicht. Da braucht man keine Eingewöhnungszeit, aber da hätten wir bei dem Ansturm auch gar keine Zeit für gehabt.

Apropos Ansturm: Ist dieser nach ein paar Tagen etwas zurückgegangen oder ist auch die neue Woche schon voll mit Terminen?

Dieter Bronstering: Also für diese Woche ist auch beinahe alles voll. Es ist wirklich nach wie vor so, dass man immer wieder, auch privat, auf Termine angesprochen wird. Kurz nachdem Frau Merkel die Öffnung ab dem 1. März verkündet hatte, bin ich zwei Wochen lang immer mit meinem Anmelde-Buch durch die Gegend gelaufen. Da wurde der ein oder andere Termin auch im Supermarkt abgeklärt (lacht). Damit unsere Mitarbeiter bei all den Terminen in der ersten Woche ein wenig verschnaufen können, haben wir nicht, wie zum Teil andere Friseure, auch am Montag unsere Salons geöffnet. Dadurch hatte ich auch noch etwas Zeit, um die Läden wieder auf Vordermann zu bringen, ehe am Dienstag der nächste Ansturm ansteht (lächelt).

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