Gemeinde stellt erste Überlegungen an
Lockerungen auf Zeit und mit Bedacht

Rosendahl. Bis gestern hatte der Kreis Coesfeld daran festgehalten, ab dem kommenden Montag (19. 4.) Lockerungen zu ermöglichen. Jetzt ist aber klar: Diese Maßnahmen wird es frühestens zum Ende der kommenden Woche geben. Als Grund wird in der Mitteilung des Kreises unter anderem der weiter ansteigende Sieben-Tage-Inzidenzwert genannt, der gestern bei 94,3 lag. „Wir wollen nur öffnen, wenn dies verantwortbar ist und auch nicht zu wirtschaftlichen Verwerfungen führt“, begründet Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Bürgermeister Christoph Gottheil begrüßt diese Entscheidung, die er „sehr gut nachvollziehen“ kann.

Freitag, 16.04.2021, 06:01 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 06:10 Uhr
Gemeinde stellt erste Überlegungen an: Lockerungen auf Zeit und mit Bedacht
Erste Überlegungen hat die Gemeinde nun angestellt, wie erste Lockerungen in verschiedenen Sektoren aussehen könnten, wenn es die Lage zulässt. Auch im Sport-Bereich kann sich die Gemeinde vorsichtige Öffnungsschritte vorstellen. Foto: Archiv

Der Kreis Coesfeld wurde vom Land als Modellregion ausgewählt, in der verantwortungsvoll und wissenschaftlich begleitet Lockerungen in den Sektoren Kultur, Sport und Gastronomie durchgeführt werden können – immer gebunden an einen negativen Corona-Schnelltest. Beginn sollte am Montag sein, Voraussetzung für das Modellprojekt ist, dass die Inzidenz in der jeweiligen Region unter 100 liegt. Bereits vor der gestrigen endgültigen Entscheidung des Kreises befürchtete Bürgermeister Gottheil, dass es aufgrund der seit Tagen steigenden Inzidenzzahl im Kreis zu einer Verschiebung kommen könnte. Das sei auch bei dem regelmäßigen Austausch zwischen den Kommunen und der Kreisverwaltung deutlich geworden. „Der Zeitpunkt für Lockerungen ist aktuell sehr ungünstig“, so der Bürgermeister. Zwar seien nach aktuellem Stand erste Öffnungsmaßnahmen möglich, „allerdings fühlt man sich angesichts der hohen Fallzahlen nicht wohl und bereit dazu“, kommentiert Gottheil weiter. „Den Start für das Modell zu verschieben, halte ich von daher und mit Blick auf zeitliche Vorarbeiten, die nicht bis zum 19. April abgeschlossen werden können, für richtig.“

Der Zeitpunkt für Lockerungen ist aktuell sehr ungünstig.

Bürgermeister Christoph Gottheil

Denn ohnehin – in Rosendahl hätte es auch am Montag noch keine Lockerungen gegeben. „Wir haben mit Kollegen ein Brainstorming durchgeführt und uns überlegt, wie wir in den drei Sektoren vorsichtige Öffnungen in abgegrenzten Bereichen mit Negativ-Test angehen können.“

- Kultur: Am 30. Mai soll das Torhaus-Konzert stattfinden. Die Gemeindeverwaltung könnte sich vorstellen, dieses unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen und mit tagesaktuellem Test durchzuführen – sofern es die pandemische Lage zu dem Zeitpunkt zulasse. Der Vorteil sei, dass das Konzert unter freiem Himmel stattfinde. Die „ersten Gehversuche“, so Gottheil, und die Erfahrungen des Konzertes könnten dann auch auf die aus dem vergangenen Jahr verschobene Kabarett-Veranstaltung mit Ingo Oschmann am 25. Juni übertragen werden. Bislang sei der Termin in der Zweifachhalle in Osterwick geplant. Wenn dieses Event durchgeführt werden dürfe – egal ob durch landesweite Lockerungen oder durch das Modellprojekt – könnte Oschmann ebenfalls outdoor auftreten „Das ist aber weit in die Zukunft gerichtet. Vorher muss die Inzidenz weit von 100 entfernt sein“, betont der Bürgermeister nochmals.
- Sport: Laut aktueller Corona-Schutzverordnung dürfen Kinder unter 14 Jahren im Freien Kontaktsport in Gruppen von bis zu 20 Personen durchführen. „Wir können uns vorstellen, in den Sommermonaten diese Regelung auch auf ältere Jugendliche zu übertragen“, so Gottheil. Denn auch für sie gebe es mittlerweile seit einem Jahr keine Möglichkeiten mehr, sich mit mehreren Personen treffen zu können. So könnten eventuell auch die A- und B-Jugend per Negativ-Test in den Sommermonaten in größeren Gruppen trainieren. „Sukzessive könnte das Angebot dann auch auf den Sport für Erwachsene ausgedehnt werden“, berichtet Gottheil von ersten Ideen. Er könne sich vorstellen, dass Angebote wie Sport im Park unter Umständen stattfinden könnten.
Gastronomie: Auch in diesem Sektor sollen Lockerungen angestrebt werden. „Das ist aber auf lange Zeit geblickt und nichts, was in den nächsten Wochen umgesetzt werden kann.“ Dazu müssten zunächst die Rahmenbedingungen eindeutig besser werden.

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