Ehemaliger Kirchhofspeicher des Gebäudekomplexes Rahms soll erhalten bleiben
Ein Kompromiss zwischen Alt und Neu

Darfeld. Es kommt Bewegung in die Causa Rahms. Seit einigen Monaten stand die Gemeindeverwaltung bereits mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Konflikt, ob die ehemaligen Gaststätte am Darfelder Markt unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Nun bahnt sich ein Kompromiss an. Diesen stellte Bürgermeister Christoph Gottheil im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss vor. So soll statt des gesamten Gebäudekomplexes lediglich der ehemalige Kirchhofspeicher unter Denkmalschutz gestellt werden. Der restliche Baukörper soll stattdessen einem Neubau für seniorengerechtes Wohnen weichen.

Freitag, 23.04.2021, 05:44 Uhr
Ehemaliger Kirchhofspeicher des Gebäudekomplexes Rahms soll erhalten bleiben: Ein Kompromiss zwischen Alt und Neu
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Gemeindeverwaltung haben in ihrem Konflikt, wie mit der ehemaligen Gaststätte Rahms am Darfelder Markt umgegangen werden soll, einen Kompromiss gefunden. So soll der ehemalige Kirchhofspeicher erhalten bleiben und in den angestrebten Neubau integriert werden. Foto: Archiv

In der letzten Ratssitzung der vergangenen Wahlperiode, vor knapp einem halben Jahr, hatte sich der Gemeinderat nach langen Diskussionen komplett gegen eine Unterschutzstellung ausgesprochen. Mit dieser Positionierung seien daraufhin weitere Gespräche mit dem LWL geführt worden, erklärte der Bürgermeister. Der Investor des potenziellen Neubaus hatte, wie Gottheil ergänzte, bereits vor ersten Moderationsgesprächen alternative Planungen, die den ehemaligen Kirchhofspeicher, die Gartenanlage und die Einfriedigungsmauer in den Neubau integrieren, vorgestellt. Diese seien allerdings zunächst vom LWL abgeblockt worden, schilderte Gottheil. Wie er betonte, wäre die Verwaltung notfalls für eine endgültige Entscheidung an die oberste Denkmalbehörde des Landes NRW herangetreten, hätte der LWL weiter auf die vollständige Unterschutzstellung gepocht.

Ursprünglich sollte am 12. April ein Gespräch zwischen dem LWL, dem Kreis Coesfeld als obere Denkmalbehörde, Gemeindevertretern und dem Investor stattfinden. Dieses wurde allerdings abgesagt. Stattdessen erreichte die Verwaltung am Mittwoch eine E-Mail seitens des LWL, in der die Bereitschaft für eine Kompromisslösung signalisiert wurde. Bedingung sei neben der Erhaltung des ehemaligen Kirchhofspeichers aus dem 16. Jahrhundert allerdings auch, dass dieser einer Nutzung zugeführt wird, las Gottheil aus der E-Mail vor.

Die Ausschussmitglieder der verschiedenen Fraktionen sprachen sich allesamt für diese Kompromisslösung aus. „Eine gute Mischung aus dem Erhalt von Altem und dem Bau von Neuem“, bilanzierte etwa Alexander Meinert von der SPD. Auch Frederik-Maximilian Lethmate beschrieb für die CDU die Freude darüber, dass das Gelände der ehemaligen Gaststätte nun wieder lebendig werden könne. „Trotzdem ist es schade, dass bis zum Kompromiss ein halbes Jahr ins Land gezogen ist. Der Ablauf hätte wesentlich beschleunigt werden können“, kritisierte er die in seinen Augen mangelnde Kompromissbereitschaft der Gemeinde. Gottheil und Anne Brodkorb vom Fachbereich Planen und Bauen wiesen diese Kritik jedoch ab. Vielmehr hätte der LWL lange auf die vollständige Unterschutzstellung bestanden.

Letztenendes stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu, den Ratsbeschluss einer Nicht-Unterschutzstellung bezüglich des Kirchhofspeichers aufzuheben. Dieser soll in die Denkmalliste aufgenommen werden. Dazu wird die Verwaltung beauftragt, den weiteren Beratungsprozess hinsichtlich des Abrisses und Neubaus des restlichen Gebäudekomplexes zu begleiten. Endgültig darüber entscheiden wird der Gemeinderat am kommenden Donnerstag (29. 4.).

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