Rainer Bönning geht nach 18 Jahren als Bezirksbeamter in Rosendahl in den Ruhestand
Der Dorfsheriff sagt „Adiós“

Rosendahl. Exakt 18 Jahre und drei Wochen lang hatte er als Bezirksbeamter der Polizei ein Auge auf die Gemeinde Rosendahl. Seine Erfolgsformel hat sich dabei stets bewährt: „Als Sprachrohr der Polizei muss man ein offenes Ohr für die Menschen haben, um zu erfahren, was in den Dörfern los ist“, erklärt Rainer Bönning. Bei seinen täglichen Rundgängen durch die drei Ortsteile nahm er sich daher immer eine gewisse Zeit, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Der Dorfsheriff muss doch schließlich auf Augenhöhe mit den Rosendahlern stehen. Dann versteht er auch wie sie ticken“, lacht der gebürtige Gescheraner. Nun sagt Bönning „Adios“ und tritt den Ruhestand an.

Dienstag, 04.05.2021, 06:52 Uhr
Rainer Bönning geht nach 18 Jahren als Bezirksbeamter in Rosendahl in den Ruhestand: Der Dorfsheriff sagt „Adiós“
Nach 18 Jahren als Bezirksbeamter in der Gemeinde Rosendahl geht Rainer Bönning in den Ruhestand. Pläne hat er für die Zukunft bereits ausgearbeitet. So will er unter anderem mit seinem Wohnmobil möglichst viele Reisen unternehmen. Foto: Leon Eggemann

In seinem letzten Jahr in der Gemeinde hatte er sich eigentlich vorgenommen, all die jahrelangen Begleiter gebürtig zu verabschieden. Das Coronavirus machte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. „Besonders schade ist es, dass die Begegnungen in den Kindergärten und Schulen nicht noch einmal stattfinden konnten“, gibt Bönning zu. Aber auch für die vielen Schützenbrüder und -schwestern hatte er sich eigentlich etwas Besonderes einfallen lassen. „Beim Holtwicker Schützenfest wollte ich mit kompletter Uniform hoch zu Ross neben dem Oberst die Parade polizeilich abnehmen“, verrät der Beamte und bedauert zugleich: „Das wäre natürlich eine schöne Anekdote gewesen, leider wurde sie keine Wirklichkeit.“ Auch den Alltag in seinem letzten Arbeitsjahr hat die Pandemie ein Stück weit auf den Kopf gestellt. „Sonst gibt es 25 bis 30 Feste im Jahr, die begleitet werden müssen. Das ist alles weggefallen“, schüttelt Bönning den Kopf. Auf der anderen Seite ist es im vergangenen Jahr auch zu weniger Straftaten gekommen. „Es hat zum Beispiel ohne die vielen Feierlichkeiten weniger Fahrraddiebstähle und Körperverletzungsdelikte gegeben“, zählt er auf.

Abseits davon ist es ohnehin vergleichsweise ruhig in der Gemeinde. Gemeinsam mit Nordkirchen gibt es in Rosendahl die wenigste Belastung an Straftatendelikten im ganzen Kreis Coesfeld. „Hier ist es noch sehr ländlich. Die Menschen kennen sich untereinander, was es sehr angenehm gemacht hat, hier zu arbeiten“, betont Bönning. Und wenn doch mal etwas passiert, dann ist der angehende Pensionär zur Stelle gewesen. „In meiner Zeit in Rosendahl habe ich 350 Haftbefehle vollstreckt, musste aber nur drei Personen nach Münster in Haft bringen“, bilanziert er. Von Verstößen im Straßenverkehr bis hin zu Körperverletzungsdelikten war die Bandbreite dabei groß.

Jetzt aber nimmt Bönning Abstand von etwaigen Trubel. Er kann sich nun voll und ganz auf seinen Ruhestand konzentrieren. Konkrete Pläne hat er bereits. „Ich habe einen Wohnwagen an der Nordsee stehen, dazu ein Wohnmobil für längere Reisen. Ich habe aber auch schon Flugreisen im Blick“, schaut Bönning voraus. In den nächsten Jahren will er so richtig die Welt erkunden. „So lange ich gesund bin, will ich auch möglichst viele Reisen unternehmen“, lacht Bönning mit Vorfreude in den Augen. Wer weiß, ob auch noch der ein oder andere Besuch ins ihm bekannte Rosendahl auf der Liste steht.

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