Beinahe-Explosion in Borken
50-jähriger Stalker nach versuchtem Mord in Untersuchungshaft

Borken/Münster -

Borkenwirthe - Ein 50-jähriger Stalker aus Borken sitzt seit gestern in Untersuchungshaft. Weil seine Angebetete die Liebe verschmähte, hatte der Mann in der Garage einer Nachbarin eine Propangasflasche aufgedreht.

Dienstag, 13.01.2015, 14:57 Uhr

Bereits Anfang Dezember war es in Borken zu dem Vorfall gekommen, den der zuständige Haftrichter nun als versuchten Mord bewertete.

Der Mann hatte die 46-Jährige zuvor offenbar längere Zeit gestalkt. Er hat zwar gestanden, allerdings bestreitet er, dass er die Frau töten wollte.

Nach Angaben der Polizei hatte der Mann in der Garage der Frau eine Propangasflasche aufgedreht. Offensichtlich mit dem Ziel, dass es zu einer Explosion kommt. „Nur durch Zufall entzündete sich das Gas-Luft-Gemisch nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Heribert Beck. Eine Explosion hätte „verheerende Folgen gehabt“, sagt er weiter.

Der Mann habe nach Erkenntnissen der Polizei über Monate versucht, die Aufmerksamkeit der Frau zu erregen. Wiederholt hätte er auf auf dem Hof der Frau in Borkenwirthe Mülltonnendeckel abgenommen, Gartenmöbel und Futtertröge verschoben. Auch hat er ihr offenbar Briefe geschrieben. Die Frau habe zwar „ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis“ zu dem Mann gehabt und habe „gelegentlich Hilfe von ihm in Anspruch“ genommen. Seine Annäherungsversuche habe sie aber abgelehnt.

Unklar ist, ob die Frau den Nachbarn auch bezüglich des Gases in der Garage sofort verdächtigte. „Sie wurde belästigt, wusste aber nicht, von wem“, sagt Oberstaatsanwalt Beck. Zwar geriet der Mann recht schnell ins Visier der Ermittler. Die Tat habe man ihm aber zunächst nicht nachweisen können.

Brief brachte Ermittler auf die Spur des Täters

Weil der Tatvorwurf auf versuchten Mord lautete, hat die Polizei in Münster eine Mordkommission eingerichtet. In Münster deshalb, weil dort die fürs Münsterland zuständige „Kriminalhauptstelle“ angesiedelt ist. Mordfälle werden ausschließlich in diesen Hauptstellen ermittelt.

Ein entscheidendes Indiz erhielten die Ermittler offenbar Mitte Dezember. Da schickte der Mann einen Brief an seine Angebetete und die Ermittler konnten darauf Spuren von ihm sicherstellen. „Nach der Festnahme am 12. Januar räumte der Mann die Tat in der Vernehmung ein“, heißt es nun seitens der Staatsanwaltschaft. Der zuständige Haftrichter hat daraufhin Haftbefehl gegen den Mann erlassen.

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