Wahlkampf für 63,40 Euro
27-jähriger Unternehmer schafft in Everswinkel fast die Sensation

Everswinkel -

Nur haarscharf schrammte Karsten Fögeling bei der Bürgermeisterwahl in Everswinkel an der Sensation vorbei. Mit dem 27-jährigen Unternehmer sprach Klaus Meyer, Redakteur unserer Zeitung.

Montag, 14.09.2015, 18:32 Uhr aktualisiert: 14.09.2015, 19:44 Uhr
Knapp unterlegen: Karsten Fögeling.
Knapp unterlegen: Karsten Fögeling. Foto: Klaus Meyer

Zwischen Ihrer Kandidaturankündigung und der Wahl lagen nur sieben Wochen, zwischen Ihnen und dem Wahlsieger am Ende nur 62 Stimmen. Wie erklären Sie sich den Erfolg in so kurzer Zeit?

Fögeling: Sieben Wochen waren für den Wahlkampf eine sehr kurze Zeit, um die Menschen von unseren Ideen zu überzeugen. Unser Vorteil war aber, dass wir ein wahnsinnig harmonischer Haufen waren und dadurch schnelle und gute Entscheidungen treffen konnten. Wir haben nichts schöngeredet und die finanzielle Schieflage im Gemeindehaushalt nicht verschwiegen. Diese Ehrlichkeit, glaube ich, wurde am Ende mit diesem Wahlergebnis belohnt.

Mit welchem Ziel sind Sie seinerzeit angetreten?

Fögeling: Ursprünglich war unser oberstes Ziel, die Wahlbeteiligung mit dieser Aktion anzukurbeln. Klar war auch, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen wollen. Aber mit solch einer Dynamik im Laufe der letzten Wochen konnte wohl niemand am Anfang rechnen.

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Die CDU hat mit Plakaten und Aktionen viel für ihren Kandidaten investiert. Sie hatten als Einzelbewerber praktisch kein Budget und kein Plakat. Welchen Schluss ziehen Sie daraus?

Fögeling: Im Vergleich waren unsere finanziellen Mittel nicht der Rede wert. Wir sind auf Ausgaben von 63,40 Euro gekommen. Ich hatte auch nicht die Zeit, neben dem normalen Tagesgeschäft im Unternehmen jede öffentliche Veranstaltung wahrzunehmen. Wir mussten also mit wenig Mitteln viel herausholen. Vielleicht war es der kreative Mix aus den begrenzten Ressourcen, der zu diesem Wahnsinns-Ergebnis führte.

Überraschungssiegerin

Sind Sie jetzt auf den Geschmack gekommen, werden Sie künftig kommunalpolitisch aktiv sein?

Fögeling: Über meine politische Zukunft habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Ich breche erstmal zu einer einwöchigen Fahrradreise auf. Vielleicht findet sich dabei ein neues Projekt. Aber ob das auch unbedingt was mit Politik zu tun hat, weiß ich noch nicht.

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