Staatsanwaltschaft sieht „niedrige Beweggründe“
Mordanklage nach Tod einer 17-Jährigen in Senden

Senden/Münster -

(Aktualisiert um 12.30 Uhr) Die Tat sorgte im Oktober für Entsetzen. Mit einem Küchenmesser war eine 18-Jährige auf ihre ehemalige Freundin losgegangen, hatte sie zu Tode getreten und gewürgt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen die 18-Jährige erhoben.

Freitag, 15.01.2016, 14:05 Uhr

Staatsanwaltschaft sieht „niedrige Beweggründe“ : Mordanklage nach Tod einer 17-Jährigen in Senden
Der Tatort, das Mehrfamilienhaus am Rande des Ortskerns, wurde unmittelbar nach dem Eintreffen der Polizei abgesperrt. Foto: Dietrich Harheus

Wegen Mordes an ihrer früheren Freundin hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen eine 18-Jährige aus Dortmund erhoben. Das teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Frau soll am 17. Oktober am Kalverkamp in Senden nach einem Streit zuerst auf das 17-jährige Mädchen mit einem Küchenmesser eingestochen haben. Laut Ermittlungen trat die Dortmunderin anschließend auf das am Boden liegende Opfer ein und würgte die junge Frau bis zum Tod. Die 18-Jährige hat die Tat bereits gestanden.

Nach dem Ergebnis der Obduktion ist das Opfer an einer Kombination von innerem Verbluten, Würgen und Stichen gegen den Kopf verstorben, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Beim Motiv geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass das Opfer eine frühere Freundschaft nicht wieder aufnehmen wollte. Für die Staatsanwaltschaft sind das laut Anklageschrift „niedrige Beweggründe“. Die 18-Jährige sitzt weiter in Untersuchungshaft. Über die Annahme der Klage muss jetzt die Jugendkammer des Landgerichts Münster entscheiden.

Über die Annahme der Klage muss jetzt die Jugendkammer des Landgerichts Münster entscheiden. Da nach der Tat im Oktober eine sechsmonatige Frist bis zur Eröffnung der Hauptverhandlung einzuhalten sei, werde die Hauptverhandlung „vermutlich Anfang April“ eröffnet, erklärte Oberstaatsanwalt Heribert Beck auf Anfrage unserer Zeitung.

Bisher liegt noch kein psychologisches/psychiatrisches Gutachten über die 18-Jährige vor. „Es ist aber von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben worden“, führte der Oberstaatsanwalt aus.

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