Rückkehr des Raubtiers
Nabu: Auch im Münsterland sind Wolfs-Begegnungen möglich

Münster -

Der Wolf kehrt nach NRW zurück. Auch im Münsterland kann man nach Einschätzung von Birgit Königs vom NRW-Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf einzelne Tiere treffen. Einem Rudel wird man hier aber nicht begegnen.

Mittwoch, 30.03.2016, 19:19 Uhr

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  • Die Wolfssichtungen im Münsterland häufen sich. Am 23. April wurde dieser Jungwolf in Ibbenbüren gesichtet, der offenbar als Einzelgänger durchs Land streift.

    Foto: Jens Brinkmann
  • Dieses Tier wurde bei Haltern-Lavesum fotografiert. Der Fotograf Sven Bieckhofe glaubt, dass der Wolf nicht auf natürlichem Wege dort hingekommen ist.

    Foto: Sven Bieckhofe
  • Der Wolf polarisiert wie kein anderes freilebendes Tier in Deutschland. Die einen fasziniert er und steht für einen Triumph im Kampf gegen das Artensterben...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...die anderen macht er nervös, weil er Kosten verursacht und Ängste schürt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Schafzüchter fürchten um ihre Tiere.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • So hat Georg Kossen-Voges seine Schafe früher einfach im Garten laufen lassen...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...jetzt muss er sie zusätzlich einzäunen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Jeden Tag nach der Schule geht Hobbyzüchter Sebastian Ostmann zu seinen Schafen in den Stall.

    Foto: Wilfried Gerharz
  •  Ende März hat er sie auf die Weide gebracht und etwas Angst, dass ein Wolf sie angreift

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz

Wölfe in Westfalen? Sind dort durchaus überall anzutreffen, sagt jedenfalls Birgit Königs vom NRW-Naturschutzbund Deutschland ( Nabu ). 2015 seien die Tieren im Bereich Siegen-Wittgenstein nachgewiesen worden, im gleichen Jahr im Märkischen Kreis, aktuell nun im Kreis Lippe. „Da kann man davon ausgehen, dass einzelne Wölfe längst durch ganz NRW wandern“, sagte Königs auf Nachfrage.

Ausnahmen? Gibt es, „das sind die dicht besiedelten Teile des Landes, also vor allem das Ruhrgebiet und die Großstädte.“ Darum machten die Wölfe einen großen Bogen. Ansonsten aber sei „die Wahrscheinlichkeit überall gegeben, auf die Tiere zu treffen - auch im Münsterland “. Schließlich lege so ein Wolf bis zu 100 Kilometer am Tag zurück.

Wobei es sich im Münsterland allenfalls um einzelne Jungtiere handeln dürfte. „Für eine Rudelbildung ist die Region nicht prädestiniert“, sagt Königs. Vor allem, „weil sie sehr stark landwirtschaftlich genutzt wird.“ Da seien unberührtere Regionen wie die Senne in Ostwestfalen oder die Eifel wesentlich geeigneter.

Verhaltenstipps

Wölfe sind scheu und meiden üblicherweise den Menschen. Daher ist es auch überaus selten, dass Spaziergängerinnen und Spaziergänger einen Wolf aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Falls es doch dazu kommen sollte, empfiehlt werden laut NRW-Umweltministerium folgende Verhaltensregeln empfohlen:

  • Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder zu füttern.
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.
  • Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.
  • Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.
  • Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den zuständigen regionalen Wolfsberatern melden.
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