60-Jähriger freigesprochen
Sexuelle Nötigung nicht beweisbar

Ahlen -

Er soll seine Freundin so berührt haben, wie sie es nicht wollte. Diese Vorwürfe bestritt ein 60-jähriger Ahlener am Dienstag vor Gericht vehement. Und die Widersprüche in der Aussage der vermeintlich Geschädigten ließen bei Richterin und Schöffen Zweifel aufkommen.

Freitag, 29.04.2016, 09:59 Uhr

60-Jähriger freigesprochen : Sexuelle Nötigung nicht beweisbar

Im Zweifel für den Angeklagten. Dieser Grundsatz sorgte dafür, dass ein 60-jähriger Ahlener am Dienstag das Gericht mit einem Freispruch verlassen konnte.

Dem Mann war vorgeworfen worden, seine Freundin im Dezember vergangenen Jahres sexuell genötigt und missbraucht zu haben. Er bestritt das vehement. Und bei der Aussage der vermeintlich Geschädigten entdeckten die Vorsitzende Richterin sowie die beiden Schöffen zu viele Widersprüche, als dass die Vorwürfe hätten zweifelsfrei erwiesen werden können.

Am Abend des 19. Dezember, so hieß es in der Anklageschrift, soll der 60-Jährige seiner 77-jährigen Freundin in der gemeinsamen Wohnung gegen ihren Willen an die Brüste gefasst haben. Sie habe ihn daraufhin zurückgestoßen. Am frühen Morgen danach, am 20. Dezember, soll er sich ferner zu der schlafenden Frau ins Bett gelegt und versucht haben, sie im Intimbereich zu berühren. Daraufhin sei sie aufgewacht und habe ihn aus dem Bett gestoßen.

„Das stimmt nicht“, erklärte der Angeklagte. Es habe Streit gegeben an diesem 19. Dezember – mal wieder und wie so oft über ihre Möbelbestellungen, die er bezahlen sollte, aber nicht konnte. Er sei daraufhin in sein Zimmer gegangen und man habe nicht mehr miteinander gesprochen. Tags drauf sei er zu einem Freund gefahren und dort auch über Nacht geblieben. Als er am 21. Dezember in die Wohnung zurückgekehrt sei, habe kurze Zeit später die Polizei vor der Tür gestanden: „Ich war total geschockt.“

Die 77-Jährige machte ihre Aussage vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da, wie die Vorsitzende Richterin begründete, die Persönlichkeitsrechte berührende und intime Dinge zur Sprache kommen würden. In ihrer Urteilsbegründung stellte die Richterin jedoch fest, dass diese Aussage sowohl in sich als auch im Vergleich mit der polizeilichen Aussage von erheblichen Widersprüchen geprägt gewesen sei – angefangen von der Art der Beziehung zu dem Angeklagten bis zu ihrer Bekleidung während der angeblichen Taten. Auch die weiteren Zeugenaussagen hätten die Angaben der Frau nicht gestützt. So fiel das Urteil so aus, wie es sowohl der Verteidiger des 60-Jährigen als auch der Staatsanwalt in ihren Plädoyers gefordert hatten: Freispruch

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