15-Jähriger kam mit Schreckschusswaffe zum Unterricht
Ärger an der Anne-Frank-Schule

Gronau -

Gleich an drei Tagen in Folge war jetzt die Polizei an der Anne-Frank-Schule im Einsatz. Ermittelt wurde dabei gegen einen 15-jährigen Schüler und weitere Mitschüler im Alter von 15 und 16 Jahren, teilweise deutscher Abstammung, teilweise mit Migrationshintergrund, wie die Polizei auf Anfrage der WN-Redaktion bestätigte.

Donnerstag, 28.04.2016, 08:08 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.04.2016, 07:57 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 28.04.2016, 08:08 Uhr
Schüler und Lehrer sehen durch die Vorfälle in den vergangenen Tagen den Schulfrieden gestört. Die Polizei rückte an drei Tagen an, um Schüler zu überprüfen.
Schüler und Lehrer sehen durch die Vorfälle in den vergangenen Tagen den Schulfrieden gestört. Die Polizei rückte an drei Tagen an, um Schüler zu überprüfen. Foto: Lukas Wiedau

Auslöser für den ersten Polizeieinsatz mit mehreren Streifenwagen war am Freitag die Entdeckung von Waffen bei einem 15-jährigen Schüler. „Bei ihm wurden von Mitarbeitern der Schule ein Messer und eine Schreckschusspistole gefunden“, so Polizeisprecher Frank Rentmeister. Die Schule habe daraufhin die Polizei um Hilfe gebeten. Der 15-Jährige sei in der Folge wegen des Verdachts der Bedrohung überprüft und vernommen worden, konkrete Vorwürfe in diese Richtung hätten sich indes nicht ergeben. „Die Waffen wurden sichergestellt, die Schreckschusspistole wird im Einvernehmen mit dem Vater des 15-Jährigen vernichtet“, so Rentmeister.

Am Montag waren erneut Polizeibeamte an der Schule im Einsatz. Dabei seien insgesamt vier Jugendliche überprüft worden, die zum Bekanntenkreis des 15-jährigen Waffenbesitzers zählen. Auch hierbei hätten sich keine Hinweise auf strafbare Handlungen ergeben.

Die Schule habe am Dienstag die Polizei erneut um Unterstützung gebeten. An diesem Tag seien drei Mitschüler aus dem Umfeld des 15-Jährigen – alle drei waren am Tag zuvor auch überprüft worden – mit einheitlichen Kleidungsstücken zum Unterricht erschienen, die sie – anhand von Buchstabenkombinationen – erkennbar einer bestimmten Gruppe zuordneten. Die Schulleitung habe den Jugendlichen eine Teilnahme am Unterricht in ihrer Kluft untersagt. Als die Jugendlichen einen Kleidungswechsel ablehnten, sei ihnen Hausverbot erteilt worden. Dies habe die Polizei mit einen Platzverweis durchgesetzt.

Weitere Ermittlungen gebe es nach den Einsätzen indes nicht, so Polizeisprecher Rentmeister gegenüber den WN. Angesichts der Ausgangslage – Auftreten der Jugendlichen in einheitlichen T-Shirts und der Waffenbesitz – werde die Polizei aber auch künftig bei gleichartigen Situationen konsequent eingreifen. „Das Motto hierbei lautet: Wehret den Anfängen!“, so Rentmeister.

Schulleiter Jupp Ferling bestätigte im Gespräch mit der Redaktion die Ereignisse der vergangenen Tage. Sowohl der Waffenbesitz des 15-Jährigen als auch das martialische Auftreten der Gruppe habe an seiner Schule zu einer „angsteinflößende“ Atmosphäre bei den Mitschülern, aber auch bei den Lehrern geführt. Die Schule sei nicht gewillt, diese „nicht zufriedenstellende Situation und die damit einhergehende Bedrohung des Schulfriedens zu dulden“. Aus diesem Grund sei die Polizei um Hilfestellung gebeten worden.

Vor dem Hintergrund der Ereignisse wurde an der Anne-Frank-Schule am Mittwoch eine Fortbildung der schulpsychologischen Beratungsstelle zum Thema „Krisenteam“ für das gesamte Kollegium durchgeführt. Der 15-Jährige, so Ferling weiter, sei bis zur Durchführung einer Klassenkonferenz vom Unterricht ausgeschlossen worden.

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