NABU-Mitglied Erich Hirsch kritisiert das „übermäßige Mähen“ von Grünflächen:
Ordnung muss nicht immer sein

Lüdinghausen -

Es ist Frühling. Die Sonne scheint – gelegentlich. An den Straßen und auf den Grünflächen sprießt das Grün. Es wird gemäht. „Muss das sein?“ Diese Frage stellt Erich Hirsch, der sich seit Jahren als Mitglied und Funktionsträger des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) für den Erhalt naturbelassener Flächen einsetzt. So kümmert er sich seit mittlerweile sechs Jahren um die Renaturierung einer Wiese in der Nähe des Campingplatzes am Kanalseitenweg.

Donnerstag, 28.04.2016, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.04.2016, 14:00 Uhr
Entlang des Kanals blüht der Löwenzahn, und am Rande des Grabens findet man Wiesenschaumkraut (l.). Erich Hirsch freut sich über diese „Grundnahrungsmittel“ für Insekten.
Entlang des Kanals blüht der Löwenzahn, und am Rande des Grabens findet man Wiesenschaumkraut (l.). Erich Hirsch freut sich über diese „Grundnahrungsmittel“ für Insekten. Foto: west

„Es muss nicht überall ,ordentlich‘ aussehen“, ist die Auffassung des Naturschützers, der an die Grundstücksbesitzer und Behörden appelliert, Flächen sich selbst zu überlassen und dem Löwenzahn, den Marienblümchen, dem Wiesenschaumkraut oder dem Ehrenpreis eine Chance zu lassen. Unbehandelte Flächen können im wahrsten Sinne des Wortes eine „Augenweide“ darstellen, so Hirsch .

Dieser „Wildwuchs“ hat Folgen: Schwalben und andere Insekten fressende Vögel werden es danken. Das „übermäßige Mähen“ hat nämlich direkte Auswirkungen auf das Verschwinden zahlreicher Vogelarten. „Den Insekten wird die Lebensgrundlage entzogen – und somit den Vögeln die Nahrung“, erklärt das NABU-Mitglied. Gerade in der anstehenden Brutzeit sei diese Nahrung wichtig für den Nachwuchs. Verschwinden würden durch den Mangel an Wildblumen auch die Schmetterlinge. Unter dem Vorwand „es muss ja ordentlich sein“, werde ein Stück Natur geopfert. „Hier ist ein Umdenken erforderlich“, so Hirsch.

Hirsch verweist auf England . Aus dem dortigen Sprachschatz würden viele Begriffe übernommen. Vielleicht sollte man aber auch den Umgang mit der Natur übernehmen. Im Mai und Juni seien auf der Insel viele Grünflächen voller Margeriten und anderer Blumen. „Warum geht das hier nicht?“, fragt der Naturfreund. Die Entscheidungsträger fordert das NABU-Mitglied zum Umdenken auf.

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