Mordprozess gegen 18-Jährige
Angehörige des Opfers sagen aus

Münster/Senden -

Im Prozess um die Tötung einer 17-Jährigen aus Senden durch ihre ein Jahr ältere Ex-Freundin haben am Donnerstag Angehörige des Opfers sowie der Angeklagten als Zeugen ausgesagt. Schon während der vierjährigen Beziehung der jungen Frauen habe es öfter Streit zwischen beiden gegeben, berichtete die Mutter der Getöteten teils unter Tränen. Ihre Tochter habe häufig „blaue Flecken und Kratzspuren“ am Körper getragen.

Donnerstag, 28.04.2016, 21:28 Uhr

Die Angeklagte verdeckte beim Prozessauftakt ihr Gesicht. Neben ihr sitzt ihre Verteidigerin. Foto: Peperhowe
Die Angeklagte verdeckte beim Prozessauftakt ihr Gesicht. Neben ihr sitzt ihre Verteidigerin. Foto: Jürgen Peperhowe

Am frühen Morgen des 17. Oktober war die mit 1,65 Meter Körpergröße und 56 Kilo Gewicht recht zierliche Sendenerin laut Anklage von ihre deutlich kräftigeren und größeren Ex-Freundin getötet worden. Die 18-Jährige gestand die Tat. Sie habe sich nach der Trennung und dem Ende des Kontakts zueinander zurückgewiesen und schlecht behandelt gefühlt.

49 Messerstiche stellten Mediziner am Körper des Opfers fest, davon 41 allein im Gesicht. „Massive stumpfe Gewalt“ sei der Sendenerin zugefügt worden, erklärte ein Rechtsmediziner des Uni-Klinikums am Donnerstag. Die junge Frau habe durch Tritte oder Schläge unter anderem einen Leberriss erlitten. Tordesursache sei das Zusammenwirken von „innerlichem Verbluten und Erwürgen“ gewesen.

Polizei und Rettungskräfte fanden die 17-Jährige an jenem Morgen am unteren Ende einer Kellertreppe – bedeckt von ihren Einkäufen, darunter Bilderrahmen sowie ihr Tascheninhalt wie Zigaretten . Die Angeklagte hatte dazu gesagt, sie habe ihre Ex-Freundin noch „zudecken“ wollen.

Die Schwester der mutmaßlichen Mörderin schilderte am Donnerstag als Zeugin, dass sie und ihre Schwester als Kinder unter einem oft alkoholisierten Vater gelitten hätten, der die Mutter massiv geschlagen habe. Die wiederum habe sich mit Gewalt an den Kindern ausgelassen, sei zuweilen aber auch mit den Kindern „ins Frauenhaus“ geflüchtet. Die Angeklagte habe „nie normale Regeln kennengelernt“.

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