Staatsanwalt ermittelt gegen acht ehemalige KZ-Wachleute
Mutmaßlicher NS-Verbrecher lebt im Münsterland

Ludwigsburg/Münsterland -

Die Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg ermittelt gegen acht mutmaßliche NS-Verbrecher. Ei­ner von ihnen, ein Mann jenseits der 90, lebt im westlichen Münsterland. 

Dienstag, 09.08.2016, 21:42 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.08.2016, 21:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.08.2016, 21:42 Uhr
Oberstaatsanwalt Andreas Brendel ermittelt auch im Fall des mutmaßlichen Stutthof-Aufsehers.
Oberstaatsanwalt Andreas Brendel ermittelt auch im Fall des mutmaßlichen Stutthof-Aufsehers. Foto: Jürgen Peperhowe

Ihm, wie den sieben anderen Beschuldigten, wird Beihilfe zum tausendfachen Mord im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig vorgeworfen, erklärte der Leiter der Zentralstelle , Jens Rommel , gegenüber unserer Zeitung.

Der Beschuldigte aus dem Münsterland ist nach Angaben der in NRW für diese Fälle zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Dortmund bereits vernommen worden. Er streitet die Beteiligung ab, erklärte Oberstaatsanwalt Andreas Brendel . Die Ermittlung ge­gen die mutmaßlichen Aufseher – vier Männer und vier Frauen – waren 2011 nach dem Ur­teil ge­gen den KZ-Aufseher John Demjanjuk aufgenommen und nach der Verurteilung des Auschwitz-Wachmanns Reinhold Hanning im Juni nochmals verstärkt worden.

In beiden Fällen hatte das Gericht den Tatbestand der Beihilfe zum Mord anders als zuvor definiert. Den Angeklagten muss seither keine individuelle Schuld nachgewiesen werden. Alleine die Tatsache, als Wachmann vor Ort gewesen zu sein, reichte als Beihilfekriterium.

Das gab der Ludwigsburger Zentralstelle neuen Auftrieb, sich auf die Suche nach potenziellen Schuldigen zu machen. Mit Erfolg.

Nachrichten-Ticker