IHK-Tagung zur Verkehrsinfrastruktur
Europa erfahrbarer machen

Greven -

Auch wenn das Verkehrsnetz in Europa gut ist, rollt der Verkehr nicht rund. Der Grund: Es gibt zu viele Engpässe im System aus Straßen, Schienen und Wasserwegen. Dass die Verkehrsinfrastruktur europatauglicher gemacht werden müsse, forderten am Montag die Industrie- und Handelskammern Nord Westfalen und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Montag, 19.09.2016, 19:06 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.09.2016, 18:55 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.09.2016, 19:06 Uhr
EU-Koordinatorin Catherine Trautmann warb gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer für den Ausbau der europäischen Verkehrsinfrastruktur.
EU-Koordinatorin Catherine Trautmann warb gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer für den Ausbau der europäischen Verkehrsinfrastruktur. Foto: Jürgen Peperhowe

Offene Grenzen in Europa sind wichtig. Aber nur die halbe Miete, wenn das Netz aus Straßen, Schienen und Schifffahrtswegen Lücken, Lecks und Löcher hat, die den Individual- und Güterverkehr ständig ausbremsen.

Mit den Konsequenzen daraus befassten sich am Montag die Industrie- und Handelskammern Nord Westfalen und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim bei ei­ner Tagung am Flughafen Münster/Osnabrück in Greven. „ Wir müssen die Mobili tätsgrenzen ab­bau­en, Infrastrukturengpässe beseitigen und Eu­ropa so erfahrbarer machen“, forderten die beiden Präsidenten Dr. Benedikt Hüffer und Martin Schlichter.

Damit befinden sie sich auf einer Linie mit der EU- Verkehrsinfrastrukturpolitik. Die konzentriert sich nämlich inzwischen auf die großen Achsen von Nord nach Süd und West nach Ost. Auf ihnen soll der Verkehr möglichst störungsfrei fließen. Transeuropäische Netze werden die zentralen Verbindungen genannt, sie sind in neun Korridore eingeteilt. Der Nordsee- Baltikum-Korridor läuft durch das nördliche Westfalen und südliche Niedersachsen. Dort sollen die Engpässe schnellstmöglich abgebaut werden. „Das bietet den Regionen viele neue Chancen“, betonte die politische Koordinatorin der EU für diesen Korridor, Catherine Trautmann .

Da gäbe es einiges zu tun: beispielsweise die Beseitigung des Flaschenhalses auf der A 30 bei Bad Oeynhausen, den sechsspurigen Ausbau der A 1 zwischen dem Kamener Kreuz und Osnabrück oder die zweigleisige Aufwertung der Bahn-Strecke zwischen Münster und Lünen.

Lohnenswert, wünschens wert, wichtig, so Hüffer. Nicht zuletzt, weil sich „beide Räume als Modellregionen für die technische Innovati­on in Sachen Transport und Logistik verstehen“.

Trautmann warb für die Idee der Transeuropäischen Netze und lobte die „starken Unternehmen“ in der Re­gi­on. Es sei nun an Berlin, die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommenen Vorhaben endgültig zu priorisieren. Dabei erwähnte sie ausdrücklich und nicht zufällig das Nadelöhr Münster-Lünen.

Der Abschnitt gehört zur überregional wichtigen Trasse von Hamburg nach Dortmund und wurde von der EU in den Kanon bedeutsa mer Nord-Süd-Verbindungen aufgenommen. Das bedeutet: „Die EU kann den Ausbau mit 30 Prozent fördern“, sagte der Europa-Abgeordnete Dr. Markus Pieper.

Richtig anbeißen wollte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), hier jedoch nicht. „Wir müssen die Vorhaben komplett durchfinanzieren und können uns erst dann um eine Förderung bewerben“, sagte er. Und was am Ende wirklich gefördert werde, wisse nur die EU.

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