Protec-Brand
Landgericht ordnet Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an

Ochtrup/Münster -

Das Landgericht Münster hat einen Mann aus Schöppingen verurteilt. Er hatte im April 2014 den Brand im Protec-Werk der Caritaswerkstätten gelegt, bei dem eine Lagerhalle niederbrannte. Der 45-Jährige wird nun im Maßregelvollzug untergebracht.

Donnerstag, 08.12.2016, 10:25 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.12.2016, 07:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.12.2016, 10:25 Uhr
Bei dem Brand einer Lagerhalle der Firma Protec, die den Caritas-Werkstätten angeschlossen ist, entstand im April 2014 ein Sachschaden in Höhe von 720 000 Euro. Das Landgericht Münster verurteilte nun einen Mann aus Schöppingen, der das Feuer gelegt hatte.
Bei dem Brand einer Lagerhalle der Firma Protec, die den Caritas-Werkstätten angeschlossen ist, entstand im April 2014 ein Sachschaden in Höhe von 720 000 Euro. Das Landgericht Münster verurteilte nun einen Mann aus Schöppingen, der das Feuer gelegt hatte. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Im Prozess um die schwere Brandstiftung in einer Lagerhalle der Firma Protec, die den Caritas-Werkstätten angeschlossen ist, ist nach acht Verhandlungstagen das Urteil gefallen. In dem Sicherungsverfahren, in dem es nur um die Frage ging, ob der Angeklagt im Maßregelvollzug untergebracht werden kann, hat das Landgericht Münster gegen den 45 Jahre alten Mann aus Schöppingen im Rahmen seiner Schuldunfähigkeit die Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.

Die Vollstreckung wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt – mit strengen Bewährungsauflagen für fünf Jahre. Weil der Angeklagte am Formenkreis einer schizophrenen Psychose erkrankt ist, und ohne kontrollierte Gegenmaßnahmen weitere erhebliche schwere krankheitsbedingte Taten – jedoch keine Gewalttaten – von ihm zu erwarten sind, muss er sich einer Führungsaufsicht unterstellen, regelmäßig beim Arzt vorstellig werden, der Medikamentengabe und den Anweisungen der Betreuer Folge leisten, sowie in einer Einrichtung wohnen. Mit der Maßregel zur Aussetzung auf Bewährung, folgte die Strafkammer dem Sachverständigengutachten. Dem schlossen sich auch die Staatsanwältin und die Verteidigerin an.

Nach den Feststellungen des Gerichts, begab sich der 45-Jährige im April 2015 in die Lagerhalle der Caritas-Einrichtung in Ochtrup. Mit einem Feuerzeug und Grillanzünder setzte er vorsätzlich Pappkartons, die in der Halle lagerten, in Brand. Anschließend mischte er sich wieder unter die Beschäftigten.

Einem Lkw-Fahrer fiel schließlich das Feuer auf. Die Lagerhalle brannte vollständig nieder. Ein Übergreifen des Feuers auf die Werkshalle konnte durch das Eingreifen der Feuerwehr jedoch verhindert werden. Durch den Brand entstand ein Sachschaden von 720 000 Euro. Eine Bedienstete musste eine Nacht lang mit einer Sauerstoffmaske behandelt werden.

Mit in den Prozess eingeführt wurde auch der vom Angeklagten begangene und gescheiterte Überfall auf eine Bank im März 2016. Der Mann ließ sich damals widerstandslos festnehmen. Das Motiv und was er mit dem Geld machen wollte, blieb unklar. „Ihr seid aber schnell da“, hatte er bei seiner Festnahme gegenüber den Polizeibeamten geäußert.

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