O2-Kunden klagen über gravierende Verbindungsprobleme
Netzerlebnis als Totalausfall

Telgte -

Seit geraumer Zeit klagen die Kunden des Anbieters O2 über erhebliche Probleme mit ihrem Datennetz. Das Unternehmen hat sich auf WN-Anfrage nun dazu geäußert. Dabei spielten auch mögliche Entschädigungen eine Rolle.

Mittwoch, 07.12.2016, 18:53 Uhr

E steht für E-GPRS und ist deutlich langsamer als 3G oder LTE. Bis zu 290,9 kbit/s sollen dennoch möglich sein, doch häufig bleibt das O2-Netz in diesen Tagen unabhängig von der Anzeige tot.
E steht für E-GPRS und ist deutlich langsamer als 3G oder LTE. Bis zu 290,9 kbit/s sollen dennoch möglich sein, doch häufig bleibt das O2-Netz in diesen Tagen unabhängig von der Anzeige tot. Foto: Meyer

„Für Sie schaffen wir das beste Netzerlebnis in Deutschland“, verspricht die Telefonica , die hinter dem Telekommunikationsanbieter O2 steht, auf ihrer Internetseite. Dafür verschmilzt das Unternehmen seit diesem Jahr die Netze von O2 und E-Plus . Zuerst in den urbanen Ballungszentren, später sollen dann die ländlicheren Regionen folgen, so informiert die Telefonica auf ihrer Homepage. Bis zu fünf Jahre soll dieser Vorgang dauern.

Die eigenen Kunden können das in Telgte allerdings häufig nicht lesen, denn das „Netzerlebnis“ des Anbieters sieht momentan so aus, dass meist gar kein mobiles Datennetz zur Verfügung steht. Die Folge: Das Smartphone bleibt offline. Dutzende Leidgeplagte sind der Redaktion bekannt, die Dunkelziffer liegt vermutlich weitaus höher.

Kundenservice schwer erreichbar 

Mit einem kurzen Anruf bei der Hotline ist das Problem nicht zu beheben. Einerseits, weil der nur schwer erreichbare Kundenservice nach zahlreichen, deutschlandweiten Beschwerden bereits ein Fall für die Bundesnetzagentur geworden ist, wie unabhängige Medien schon im Oktober übereinstimmend berichteten.

Andererseits, weil auch dem, der durchkommt, nicht umgehend Hilfe zu teil wird. Es wird lediglich empfohlen, manuell vom O2-Netz ins E-Plus-Netz am Handy zu wechseln. So sieht es der Leitfaden der Service-Mitarbeiter vor. Blöd nur, dass sich das E-Plus-Netz in Telgte und Umgebung nicht mal anwählen lässt.

Defekte UMTS-/GSM-Stationen

Schwer zu erreichen war am Dienstag auch die Presseabteilung des Unternehmens. Erst nach einer Mail und einem nach unzähligen Versuchen durchgegangenen Anruf unserer Zeitung reagierte Telefonica am späten Nachmittag. Jedenfalls irgendwie: Man benötige Zeit bis Mittwoch, um die von der Redaktion formulierten Fragen nach Ursache und Dauer der Probleme sowie der Entschädigungsmöglichkeiten zu prüfen.

Am Mittwoch wurde dann ein Teil der Fragen zunächst wie folgt beantwortet: „Im Bereich Münster führen wir bis circa 18. Dezember geplante Netzarbeiten durch. In Warendorf und Telgte konsolidieren wir das Netz bis Weihnachten. In diesem Bereich werden zudem zwei defekte UMTS-/GSM-Stationen instand gesetzt – diese Arbeiten sind voraussichtlich bis Ende dieser Woche beendet“.

Auf erneute Anfrage gab es auch eine Reaktion zu möglichen Entschädigungen: „Dies ist pauschal nicht zu beantworten. Betroffene Kunden mögen sich an den Kundenservice wenden, der sich den Sachverhalt ansieht und eine Lösung mit dem Kunden findet.“

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