Frau war verschwunden
Mann aus Dülmen nach Leichenfund verhaftet

Dülmen -

Olesya V. aus Dülmen galt fünf Jahre lang als verschwunden, im August 2015 wurde dann ihre Leiche gefunden. Jetzt hat die Polizei ihren Ehemann verhaftet.

Freitag, 09.12.2016, 15:24 Uhr

Frau war verschwunden : Mann aus Dülmen nach Leichenfund verhaftet
Am 11. August wurde in Hagen eine skelettierte Leiche gefunden. Foto: dpa (Symbolbild)

Seit 2010 war die damals 31-jährige, russischstämmige Dülmenerin Olesya V. vermisst. Im August 2015 wurde dann die Leiche der Mutter von zwei Kindern in einem Waldstück bei Hagen aufgefunden (WN berichteten). Die Ermittler waren sich rasch einig: Die junge Frau wurde das Opfer eines Gewaltverbrechens.

Jetzt sind sich Mordkommission und Staatsanwaltschaft sicher: Täter ist ihr eigener Ehemann, der seine Frau vermutlich aus Eifersucht umgebracht haben soll. Der Ehemann hatte seine Frau Mitte August 2010 bei der Polizei selbst als vermisst gemeldet und dabei angegeben, dass unter anderem ihre Ausweisdokumente und Kleidung gefehlt hätten. „Nach den intensiven Ermittlungen und der Auswertung der Beweismittel besteht jetzt der dringende Tatverdacht, dass der 42-jährige Ehemann seine Frau nach einem Treffen am 18. Juni 2010 getötet hat“, erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Ehemann bestreitet

Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf. Das Landgericht Münster erließ Haftbefehl wegen Totschlags. Polizisten nahmen den 42-Jährigen am Freitag in Dülmen fest. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

„Nach Angaben des 42-jährigen Ehemannes gab es Streitigkeiten in der Ehe des Paares", erklärte der Leiter der Mordkommission Holger Iltgen. „Die damals 31-jährige Olesya habe geäußert, dass sie ihren Mann wegen einer Internetbekanntschaft aus Russland verlassen wolle." Danach sei es zur Aussprache gekommen und seine Frau habe in dem gemeinsamen Haus übernachtet. Als er morgens zur Arbeit gefahren sei, habe sie noch geschlafen. Bei seiner Rückkehr sei sie fort gewesen.Nach dem Fund der Leiche begann die Polizei umfangreich im Umfeld der Familie zu ermitteln. Zuvor habe es in dem Fall „keine Hinweise auf eine Gewalttat" gegeben, erklärt Iltgen. Im Oktober 2015 durchsuchten Kriminalisten das Wohnhaus des Beschuldigten in Dülmen nach Spuren der Tat und weiteren Beweismitteln. Das führte schließlich zu dem jetzt erteilte Haftbefehl.

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