Interview zum Thema Taschendiebstähle
„Man wird nicht zufällig Opfer“

Tecklenburger Land -

Dezember. Weihnachtsmarktzeit. Und belebte Einkaufstraßen mit vollen Läden und Märkten. Aber auch die Zeit der Taschendiebe ? Redakteur Henning Meyer-Veer hat mit Reiner Schöttler, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt, über dieses Thema gesprochen.

Sonntag, 11.12.2016, 17:51 Uhr

Taschendiebe nutzen einen Moment der Unachtsamkeit, um in fremde Taschen zu langen.
Taschendiebe nutzen einen Moment der Unachtsamkeit, um in fremde Taschen zu langen. Foto: Jürgen Peperhowe

Inwieweit stimmt die Theorie, dass die Taschendiebstähle im Winter, der Zeit von Weihnachtsmärkten und Eisbahnen, stark zunehmen?

Reiner Schöttler : Eine jahreszeitabhängige Zunahme der Taschendiebstähle ist in in der Region nicht zu erkennen.

Welche Situationen bevorzugen Taschendiebe?

Reiner Schöttler: Taschendiebe suchen ihre Opfer oftmals in größeren Menschenansammlungen und nutzen dabei das Gedränge aus. Unter anderem auf Volksfesten, im Karneval oder auf Jahr- und Weihnachtsmärkten finden sie ihre Opfer. Deshalb ist in diesen Situationen besondere Vorsicht geboten. Noch eine Anmerkung: Die meisten Taschendiebstähle im hiesigen Bereich erfolgen immer noch in Geschäften und Supermärkten. Dort nutzen die Täter die Einkaufssituation aus. Die Opfer suchen nach Waren, gleichzeitig greift der Dieb in die Einkaufstasche. An der Kasse wird dann das Fehlen der Geldbörse bemerkt.

Beobachten Täter die Opfer oder sind sie mehr auf Zufallstreffer aus ?

Reiner Schöttler: Man wird nicht zufällig Opfer eines Taschendiebstahls. Die Täter suchen sich ihre Opfer sehr gezielt aus. Eine geöffnete Handtasche, ein Rucksack auf dem Rücken oder eine achtlos in die Manteltasche gesteckte Geldbörse können dafür ursächlich sein, dass man Opfer eines Taschendiebes wird. Deshalb ist umsichtiges eigenes Verhalten der beste Schutz vor Taschendieben.

Wann sollte ich aufmerksam werden – oder woran merke ich, dass mir gerade die Gefahr droht, von einem Taschendieb bestohlen zu werden? Wie verhalten sich Täter klassisch?

Reiner Schöttler: Taschendiebe nutzen die günstige Gelegenheit. In einem Menschengedränge oder in einer unübersichtlichen Situation ist es sinnvoll, noch stärker auf seine Wertgegenstände zu achten. Auch wenn man von Fremden angesprochen wird, ist erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt, denn es kommt immer wieder zu Taschendiebstählen, bei denen die Opfer vorher angesprochen und dadurch abgelenkt werden.

Wie kann ich mich schützen – mit dem guten, alten Brustbeutel?

Reiner Schöttler: Der gute alte Brustbeutel erfüllt oftmals seinen Zweck. Bargeld, Kredit- und Bankkarten sollten möglichst nah am Körper, zum Beispiel in verschlossenen Innentaschen der Jacken, Gürteltaschen oder Brustbeuteln aufbewahrt werden. Tragen Sie Hand- oder Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper und halten Sie diese stets verschlossen. Lassen Sie Taschen und Wertgegenstände niemals unbeaufsichtigt. Nehmen Sie an Bargeld, Bankkarten oder Wertgegenständen immer nur das mit, was Sie wirklich benötigen. Die PIN (Persönliche Identifikationsnummer) einer Kredit- oder Bankkarte niemals aufschreiben und gemeinsam mit der Bankkarte mitführen. Die Diebe gehen ansonsten zum nächsten Geldautomaten und plündern ihr Konto.

Wie verhalte ich mich, wenn ich merke, dass mich gerade ein Taschendieb bestehlen will? Sollte man sich zur Wehr setzen, oder ist das zu riskant?

Reiner Schöttler: Machen Sie sich bemerkbar. Merken Sie sich das Aussehen der Diebe und informieren Sie sofort die Polizei .

Und was mache ich, wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist?

Reiner Schöttler: Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei. Sollten Bank- oder Kreditkarten entwendet worden sein, lassen Sie diese sofort über die Sperr-Notruf-Nummer 116 116 sperren. Informieren sie unverzüglich ihr Geldinstitut.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4491954?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F
Nachrichten-Ticker