Baustelle an der A 1
So wird eine Autobahn-Brücke durchgesägt

Lotte -

„Ja, so sieht so eine Fläche dann aus“, sagt Heinrich Kahlmeier und zeigt auf eine Betonplatte unter der Düte-Brücke. Was sieht wie aus? Vieles auf dieser neuen Baustelle erschließt sich erst, wenn der Projektleiter die Sache erklärt. Das macht er gerne. Und wenn man einmal dahinter kommt, ist vieles, was die Ingenieure hier tun, spektakulär.

Freitag, 24.03.2017, 08:40 Uhr aktualisiert: 24.03.2017, 10:03 Uhr
Oben rauscht der Verkehr, unten plätschert die Düte: Die rund 300 Meter lange Brücke nahe Osnabrück wird abgerissen und neue gebaut. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen – und der Brücke.
Oben rauscht der Verkehr, unten plätschert die Düte: Die rund 300 Meter lange Brücke nahe Osnabrück wird abgerissen und neue gebaut. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen – und der Brücke. Foto: Gunnar A. Pier

Der Neubau der rund 300 Meter langen Autobahnbrücke nahe Osnabrück ist ein Mammutprojekt. Vor einigen Jahren fiel auf, dass sie zu schwach ist für eine sechsspurige Autobahn. Seither drängeln sich Autos und Lastwagen auf je zwei Fahrspuren Richtung Norden und Süden. Die Brücke wurde zum Nadelöhr. Jetzt kommt sie weg.

Einfach abreißen und neu bauen geht natürlich nicht: Mindestens zweieinhalb Jahre wäre die A1 dann in beide Richtungen gekappt. Undenkbar. Also muss der Verkehr während der Bauarbeiten irgendwie weiter fließen. Das ist meistens einfacher: Üblicherweise bestehen die Autobahnbrücken aus zwei Bauwerken. Dann kann eine Brücke abgerissen und neu gebaut werden, während der Verkehr über die andere Brücke fließt. Danach werden die Fahrzeuge über die neue Brücke geleitet, während die zweite alte Brücke abgerissen und neu gebaut wird.

Besuch auf der Düte-Brücke-Baustelle im März 2017

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  • Oben rauscht der Verkehr, unten plätschert die Düte: Die rund 300 Meter lange Brücke nahe Osnabrück wird abgerissen und neue gebaut. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen – und der Brücke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt, zudem gibt es eine Zufahrt zur Baustelle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am Plan in der Baubude: Projektleiter Heinrich Kahlmeier, Sandra Beermann und Josef Brinkhaus (Pressestelle Straßen.NRW).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Besuch auf der Baustelle: Sandra Beermann und Josef Brinkhaus (Pressestelle Straßen.NRW) und Projektleiter Heinrich Kahlmeier (von links).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • So sieht die Planung aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt.

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  • Vorher, nachher: Die Skizze zeigt die Planungen. 

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  • Oben rauscht der Verkehr, unten plätschert die Düte: Die rund 300 Meter lange Brücke nahe Osnabrück wird abgerissen und neue gebaut. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen – und der Brücke.

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  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt, zudem gibt es eine Zufahrt zur Baustelle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt, zudem gibt es eine Zufahrt zur Baustelle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die äußeren Spuren auf der Brücke im Zuge der A1 sind gesperrt, zudem gibt es eine Zufahrt zur Baustelle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oben rauscht der Verkehr, unten plätschert die Düte: Die rund 300 Meter lange Brücke nahe Osnabrück wird abgerissen und neue gebaut. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen – und der Brücke.

    Foto: Gunnar A. Pier

Alle Fahrspuren auf einem Bauwerk

Bei der Brücke, die kurz vor der Ausfahrt Osnabrück-Hafen das Flüsschen Düte und eine Bahnlinie überspannt, ist das schwieriger: Alle Fahrspuren laufen über eine einzige Brücke. Damit trotzdem der Verkehr weiter laufen kann, soll die Brücke längs durchgesägt werden und dann beide Hälften nacheinander abgerissen werden. An einem Wochenende nach den Sommerferien werden sechs kräftige Maschinen die Betonplatte teilen.

Wie ein durchgesägter Stuhl

Was bleibt, sind zwei Brückenhälften – die für sich nicht standfähig sind. Wie ein durchgesägter Stuhl. Also muss vorher ein neues Standgerüst gebaut werden, auf dem die Brücke liegt. Dafür wiederum ist der Boden unter der Brücke zu weich. Also werden derzeit die letzten von rund 4400 bis zu 15 Meter tiefe Löcher in den Boden gebohrt, die so verfüllt werden, dass sie nachher einen tragfähigen Untergrund garantieren. Die Betonplatte darauf – die „sieht dann so aus“.

Kaum Arbeiter auf der Brücke

Von all dem bekommen die Autofahrer, die oben zwischen Lärmschutzwänden über die als Baustelle eingerichtete Autobahn fahren, nicht viel mit. Tempo 80 ist erlaubt, es gibt viele Schilder, Baken, Gitter – aber keine Bauarbeiter. Die tummeln sich unten, wo sie auf beiden Seiten der Brücke Containerdörfer aufgebaut und Bauplätze hergerichtet haben.

Um dorthin zu kommen, mussten eigene Zufahrten von der Autobahn bis unter die Brücke angelegt werden, denn rundherum gibt es Naturschutzgebiete. Sogar die Düte wurde ein Stück verlegt und mit kleinen Brücken überspannt, damit Bagger und Bauarbeiter sich bewegen können.

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Im Spätsommer 2020 ist alles fertig

Vor fast einem Jahr begannen die ersten Vorarbeiten, im August 2016 ging es richtig los. Als nächstes werden die Gerüste aufgebaut, die die zersägte Brücke tragen sollen. Und wenn alles klappt, ist im Spätsommer 2020 alles fertig.

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