ProNa bietet Öko-Papier und Papeterie-Produkte
Erfolgreich eine Nische besetzen

Senden -

Auf Wertigkeit und Nachhaltigkeit setzt Wolfgang Dropmann mit seiner Firma ProNa. Er bietet altes Schreibwerkzeug, Kalligraphie-Sets, Tinte und Siegelstempel.

Freitag, 07.04.2017, 11:36 Uhr

Schreibkultur hat eine Zukunft, glaubt Wolfgang Dropmann, der mit seiner Firma eine kleine Nische erfolgreich besetzt.
Schreibkultur hat eine Zukunft, glaubt Wolfgang Dropmann, der mit seiner Firma eine kleine Nische erfolgreich besetzt. Foto: prona/di

Gutes bleibt, lautet eine Erkenntnis, die manche Unternehmer während des Siegeszuges des Online-Zeitalters gewinnen können. Denn während alle Welt in den Strudel gerät, den der Sog des Digitalen auslöst, erfreut sich einiges Altertümliche trotziger Beliebtheit. Dazu gehört, was Wolfgang Dropmann unter der Überschrift „Alte Schreibkultur“ anbietet. Kalligraphie-Sets mit Holz- oder Gänsefederhalter und Tinte oder auch Siegelstempel und Lack finden noch Abnehmer.

„Alte Schreibkultur“

Allerdings, räumt Dropmann ein, hat sich auch beim Geschäft um Papier, Schreiben und Schenken einiges gewandelt. Der 63-Jährige lenkt das Unternehmen ProNa GmbH vom Wahlwohnort Senden aus. Gegründet wurde die Firma aber vor 30 Jahren in Münster. Und der junge gelernte Kaufmann und Heimerzieher heuerte als Robin-Wood-Aktivist am damaligen Firmensitz Stadthafen nur an, um die Zeit bis zur Umschulung zum Umweltberater zu überbrücken. Dem Thema Umwelt ist er treu geblieben, rückte aber vom „Hiwi“  zum Chefposten auf. Üppige Zuwachsraten bescherte der ProNa GmbH der Boom des Öko-Papiers. Zweistellige Umsatzsteigerungen waren in den Anfangsjahren an der Tagesordnung. Umweltfreundliches Papier ging anfangs nur im Bio-Laden (neben Schrot und Korn fürs Müsli) über die Ladentheke. Der Einzug in die „normalen“ Papierwarenläden und Supermärkte erfolgte erst später.

Öko-Nische besetzt

Bis heute bilden Schulhefte und Collegeblöcke, die in Legden bei „Zebradruck“ gefertigt werden, das tragende Umsatzstandbein. Doch auch das weitere Sortiment wird nach zwei Kriterien ausgewählt: Recycelte oder nachhaltig entstandene Rohstoffe (etwa Papier aus Seidelbast- und Maulbeer-Baum oder gebrauchter Baumwolle) und eine wertige Anmutung, die Langlebigkeit verspricht.

„Wir besetzen weiterhin die Öko-Nische“, unterstreicht Dropmann, der sich vom Ex-und-Hopp-Konsum abheben möchte und dafür nicht zuletzt bei der jungen Generation auf immer mehr Zuspruch stößt.

Dass Fotoalben und Gästebücher in der Digital-Ära hingegen immer weniger Käufer ansprechen, müsse durch neue Produkte wettgemacht werden. Dazu zählen Geschenkpostkarten. „Die wird es immer geben“, wagt der Kaufmann eine Prognose.

Bei der Suche nach trendiger Gestaltung steuert Tochter Pia Schulze-Brüning-Dropmann als Grafik-Designerin Ideen bei.

Münster-Motiv auf japanischem Papier made in Vietnam

► Die ProNa GmbH beschäftigt fünf Mitarbeiter, hinzu kommen elf selbstständige Handelsvertreter für den Vertrieb im deutschsprachigen europäischen Raum. Der Verkauf erfolgt an Händler, nicht an Endverbraucher.

► Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Pop-Up-Karten mit Motiven, die zum Anlass passen, oder Bildern aus Städten wie Hamburg, Berlin und Münster. Die Karten werden aus Papier, das aus Japan stammt, in Vietnam hergestellt. Für die Arbeitsbedingungen verbürgt sich Wolfgang Dropmann: Die Standards von Fair Trade sowie Arbeitsschutz würden eingehalten. Zu allen Lieferanten pflege die Firma einen persönlichen Kontakt.

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