Notorischer Verkehrssünder
Drei Mal durch dieselbe Radarfalle gerast

Everswinkel/Wolbeck -

Aller guten Dinge sind drei, dachte sich womöglich ein Opelfahrer, der letzten Freitag gleich drei Mal bei einer Tempokontrolle auf einer Kreisstraße erwischt wurde. Jetzt erwartet ihn ein saftiges Bußgeld und eine mehrmonatige Auto-Pause.

Mittwoch, 26.04.2017, 12:32 Uhr

Gleich drei Mal wurde ein Opelfahrer am Freitag an ein und derselben Messstelle erwischt.
Gleich drei Mal wurde ein Opelfahrer am Freitag an ein und derselben Messstelle erwischt. Foto: Helmut Etzkorn (Symbolbild)

Wie die Polizei Warendorf am Mittwoch berichtet, ging ihr am letzten Freitag ein notorischer Verkehrssünder ins Netz. Auf der K 3 zwischen Alverskirchen und Wolbeck wurde er gleich drei Mal mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt. Jetzt erwartet ihn eine Geldbuße von 600 Euro.

Am Freitagvormittag hatte der Verkehrsdienst der Polizei eine Geschwindigkeitsmessstelle an einer Stelle eingerichtet, an der eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h gilt. Der Opelfahrer wurde einmal mit 126 km/h, das zweite Mal mit 122 km/h und das dritte Mal mit 106 km/h gemessen, berichtet die Polizei. Für die ersten beiden Verstöße sieht der Bußgeldkatalog jeweils neben der Geldbuße von 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot vor. Für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 36 km/h werden 120 Euro fällig und es gibt einen Punkt.

Geschwindigkeitskontrollen

60 Jahre Radarfalle: Der Siegeszug der ungeliebten „Blitzer“

Sind Tempokontrollen Abzocke? Nein, schreibt die Polizei Warendorf und erklärt, warum die Kontrollen notwendig sind: „Zu schnelles Fahren ist eine der Ursachen für schwere Unfälle mit gravierenden Folgen auf unseren Straßen. Um das Geschwindigkeitsniveau dauerhaft - insbesondere auf den überörtlichen Straßen zu senken - führt die Polizei Geschwindigkeitskontrollen durch. Ziel sind weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr. Verkehrsteilnehmer müssen deshalb zu jeder Zeit an jedem Ort mit Geschwindigkeitsmessungen rechnen. Deshalb: brems dich und rette Leben!″

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Wut über angebliche Blitzer-Abzocke

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  • Immer wieder führen Geschwindigkeitskontrollen zu wütenden Aktionen von Verkehrsteilnehmern. Mit roter Farbe wurde diese Blitzsäule an der B 475 im Kreis Warendorf kurzzeitig außer Gefecht gesetzt.

    Foto: Ulrich Lieber
  • Mit legalen Mitteln wehren sich Autofahrer gegen diesen Blitzer an der A 2 bei Bielefeld. Ohne Erfolg: Die als Abzocke empfundene Radarfalle – allein 2016 rechnete die Stadt Bielefeld mit 7 Millionen Euro Einnahmen – darf in Betrieb bleiben.

    Foto: dpa
  • Das Verwaltungsgericht Minden hat die Klage eines Autofahrers gegen die dortige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer als unbegründet abgewiesen. Die Behörden hätten glaubhaft dargelegt, dass die dreispurige Autobahn an der Stelle zu kurvenreich, zu schlecht einsehbar, zu steil und zu stark befahren sei, um höhere Geschwindigkeiten zu zulassen.

    Foto: dpa
  • Besonders raffiniert fand sich offenbar ein 34-Jähriger: Nach Angaben der Stadt Köln fuhr der Temposünder mindestens 27 Mal absichtlich in dieselbe Radarfalle auf der Leverkusener Rheinbrücke – immer mit abmontiertem Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende. Und immer zur gleichen Uhrzeit. Das machte es der Polizei nicht all zu schwer, den Mann zu erwischen.

    Foto: Polizei Köln / dpa
  • So sah das Radargerät früher aus: Der Leiter des deutschen Polizeimuseums in Salzkotten (Westfalen), Felix Hoffmann, demonstriert in Original-Uniform den Umgang mit dem Radargerät VRG2 von Telefunken aus dem Jahr 1957.

    Foto: dpa
  • Heute ist die Polizei häufiger mit Handlaser-Geschwindigkeitsmessgeräten unterwegs.

    Foto: dpa
  • Im Sucher der Laserpistole sind die Entfernung (131,2 Meter) und die Geschwindigkeit (48 km/h) des kontrollierten Fahrzeugs zu lesen.

    Foto: dpa
  • Neu im Einsatz sind sogenannte halbstationäre Radarfallen. Die Anlagen sind auf Anhängern installiert und sollen jeweils für mehrere Tage aufgestellt werden, ohne von Beamten bewacht werden zu müssen. Die neuen Blitzer sollen gegen Diebstahl und Vandalismus geschützt sein.

    Foto: Polizei Köln/dpa
  • Eine weitere Neuerung, die noch getestet wird, ist der Streckenradar. Der Pilotversuch in der Region Hannover. Ursprünglich sollte der neue Radar bereits im vergangenen Sommer in Betrieb genommen werden, nun wird es mindestens ein Jahr später werden.

    Foto: dpa
  • Im Ausland, wie hier in Wien, wird die Technik bereits eingesetzt. Bei dem Streckenradar, auch Section Control genannt, wird das Tempo von Autofahrern über einen längeren Abschnitt kontrolliert.

    Foto: dpa
  • Beim Blitz-Marathon kontrolliert die Polizei 24 Stunden lang verstärkt die Geschwindigkeit von Fahrzeugen, um auf die Gefahren des Rasens hinzuweisen.

    Foto: dpa
  • Wird im Vorfeld auf Kontrollen hingewiesen, so sinkt die Geschwindigkeit bei 85 Prozent der Autofahrer auf 53 bis 55 Stundenkilometer, hat ein Student der Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster in seiner Masterarbeit herausgefunden. Auch das Online-Portal der Westfälischen Nachrichten weist seine Nutzer auf die geplanten Geschwindigkeitsmessungen hin. Wer morgens per Whatsapp gewarnt werden möchte, kann sich für den kostenlosen Dienst anmelden.

    Foto: dpa

 

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