Autobahn-Drängler verurteilt
60-jähriger Oelder muss 6000 Euro Geldstrafe zahlen

Ochtrup -

Weil ein 60 Jahre alter Autofahrer aus Oelde vor einem halben Jahr auf der A 31 in Höhe der Anschlussstelle Ochtrup-Nord ohne Rücksicht gedrängelt hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht Steinfurt am gestrigen Dienstag wegen Nötigung zu einer hohen Geldstrafe.

Mittwoch, 03.05.2017, 08:23 Uhr

Durch nahes Auffahren und Lichthupen (hier ein Themenfoto) fühlten sich zwei Autofahrer bedrängt.
Durch nahes Auffahren und Lichthupen (hier ein Themenfoto) fühlten sich zwei Autofahrer bedrängt. Foto: Führer/dpa

Zwei Männer aus Coesfeld und Schüttorf hatten den Außendienstmitarbeiter angezeigt. Die beiden gaben an, am Nachmittag des 21. November vergangenen Jahres auf der A 31 in Richtung Oberhausen auf die linke Spur gewechselt zu sein, um mehrere Lkw zu überholen. Der Angeklagte habe permanent mit der Lichthupe seines Mercedes auf sich aufmerksam gemacht.

Zunächst fühlte sich der Coesfelder bedrängt, der in einem Volvo unterwegs war. „Ich hatte etwa 190 Stundenkilometer auf dem Tacho“, erklärte der Beschuldigte. „Weil ich nicht auf ihn hinten drauf fahren wollte, bin auf die rechte Spur ausgewichen und nach einer Zeit wieder auf die linke Spur gewechselt.“

"Mindestens zehn Lichthupen"

Wenige Sekunden später sei er nah auf den VW Passat des Schüttorfers aufgefahren. Der sei dann nach dem Überholen auf die rechte Spur gewechselt. „Ich habe mehrmals auf die Lichthupe gedrückt. Aber auf die Standspur gedrängelt habe ich ihn nicht“, betonte der Angeklagte, der angab, berufsbedingt pro Jahr 80.000 Kilometer mit dem Auto fahren zu müssen. „Ich musste noch dringend zu einem OP-Termin nach Köln“, unterstrich der Mitarbeiter eines Herstellers von Bandscheibenimplantaten.

Der Zeuge aus Coesfeld, ein 50-jähriger Elektroinstallateur, war der Überzeugung, dass der Wagen des Angeklagten etwa 400 Meter entfernt gewesen sei, als er mit seinem Volvo zum Überholen ausscherte. „Der Beschuldigte ist sehr nah aufgefahren. Ich konnte gerade noch die mindestens zehn Lichthupen sehen“, schilderte der Coesfelder.

Nötigung in zwei Fällen

Der 50 Jahre alte Zeuge aus Schüttorf beharrte darauf, dass er von dem Angeklagten fast auf die Standspur abgedrängt worden sei: „Ich fahre 50.000 Kilometer im Jahr und habe schon ähnliche Situationen erlebt. Diesmal war aber das Maß voll und ich habe eine Anzeige gemacht.“

Die Staatsanwältin plädierte auf eine Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro und ein Fahrverbot von sechs Wochen. Der Verteidiger des bisher unbescholtenen Angeklagten bat um einen geringeren Betrag und um die weitere Fahrerlaubnis. Letztendlich verurteilte die Richterin den Oelder wegen Nötigung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro und einem Monat Fahrverbot.

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