Schließung der ersten Bahnübergänge rückt näher
Aus 20 mach drei – oder vier

Telgte -

Immer wieder kommt es an den ungesicherten Bahnübergängen rund um Telgte zu schweren Unfällen. Im kommenden Jahr sollen nun die ersten geschlossen werden und durch einen gesicherten Bahnübergang ersetzt werden.

Dienstag, 09.05.2017, 14:55 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.05.2017, 05:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.05.2017, 14:55 Uhr
Gesichert sollen in Zukunft auch die Bahnübergänge im Bereich Telgte sein.
Gesichert sollen in Zukunft auch alle Bahnübergänge im Bereich Telgte sein. Foto: Benning

Entlang der Bahnstrecke Münster–Telgte–Warendorf–Rheda-Wiedenbrück kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Allein das Unternehmen Keolis, Betreiber der Eurobahn, hat seit Januar sechs Unfälle verzeichnet. Eine Pkw-Fahrerin starb, es gab mehrere Verletzte, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Der wirtschaftliche Schaden belaufe sich in diesem Jahr bereits auf rund 1,7 Millionen Euro.

Bekanntlich sollen aus diesem Grund 20 unbeschrankte Bahnübergänge zwischen Telgte und Warendorf wegfallen. Aus organisatorischen Gründen haben die Kooperationspartner, zu denen neben der Deutsche Bahn und der Eurobahn auch die Stadt gehört, das Projekt in drei Abschnitte unterteilt. Geplant wird schon seit Jahren, doch jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Für den Abschnitt eins, den Bereich der Tangente um Telgte Süd-Ost, liegt seit wenigen Tagen die Plangenehmigung vor. Dort sollen vier ungesicherte Bahnübergänge geschlossen werden. Im Gegenzug wird ein neuer, mit einer sogenannten Büstra-Anlage gesicherter Übergang entstehen.

Vor dem Baubeginn wartet man bei der Stadt allerdings noch auf den Förderbescheid zur Fortführung der K50n. „Denn es macht nur Sinn dort beides in einem Zug zu bauen“, sagt Bürgermeister Pieper, der sich sicher ist, dass dieses Projekt „im kommenden Jahr umgesetzt wird“. Etwas komplizierter wird es im zweiten Bereich. Dort bereitet die DB-Netz laut Pieper gerade ein Planfeststellungsverfahren vor. In dem Bereich, den die Verwaltung unter der Überschrift Wallfahrt führt, soll auf Höhe des Campingplatzes ein gesicherter Bahnübergang entstehen und dafür mehr als ein halbes Dutzend ungesicherter wegfallen.

Noch aufwendiger und damit auch später wird die Umsetzung im dritten Abschnitt. „Der Knackpunkt ist dort der Kreuzungsbereich Raestruper Bahnhof“, so Bürgermeister Wolfgang Pieper. Die derzeit favorisierte Variante sei eine Verschwenkung der Kreisstraße K19 nach Westen in Richtung Telgte. Die genaue Trassenführung müsse jedoch, wenn denn so gewollt, unter landschaftlichen, verkehrlichen und finanziellen Kosten geklärt werden. Derzeit, das wollte Pieper nicht verhehlen, gebe es da noch „große Konflikte“.

Die gilt es zu lösen, auch um die Frage zu beantworten, ob nicht aus drei sogar vier gesicherte Übergänge werden. Angedacht nämlich ist auch eine Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr, aus Telgter Sicht noch vor Raestrup. Ein zu nahes Heranrücken der Kreisstraße an Telgte könne diesen Plan allerdings gefährden, mutmaßte Pieper, der dennoch das Ziel ausgab, den landwirtschaftlichen Verkehr möglichst von den Straßen fernzuhalten.

Nachrichten-Ticker