Fußball: 3. Liga
Sportfreunde Lotte richten neuen Rasen her

Lotte -

Um eines gleich klarzustellen: Die Sportfreunde Lotte haben keine Wahl. Damit die Mannschaft auch in der kommenden Saison in der Dritten Liga spielen kann, muss ein neuer Rasen her. Die beantragte finanzielle Unterstützung von der Gemeinde gibt es zwar nicht, aber es geht auch so.

Dienstag, 30.05.2017, 17:45 Uhr

Ordentlich gerissen wird derzeit im Frimo Stadion: Die Spielfläche wird komplett saniert. Bild rechts: Das Grün ist ab: Auf 60 Zentimeter wird die Fläche ausgekoffert, 3500 Kubikmeter Erde abgefahren und der Platz von Grund auf neu aufgebaut.
Ordentlich gerissen wird derzeit im Frimo Stadion: Die Spielfläche wird komplett saniert. Foto: Mrugalla

Seit Montag dominieren die Baumaschinen das Geschehen auf dem Platz im Frimo Stadion am Lotter Kreuz. Rund 3500 Kubikmeter Erde werden raus und wieder rein bewegt. Bis Mitte Juni haben die Sportfreunde Zeit, dann beginnt nach Auskunft von SFL-Obmann Manfred Wilke das Training für die neue Saison in der Dritten Liga, die am 21. Juli startet. Bis dahin muss der Rasen bespielbar sein. Bespielbar, das heißt in diesem Falle: Der alte Rasen muss raus, der Platz komplett neu aufgebaut, eine neue Drainage sowie eine Rasenheizung eingezogen und neues, sattes Grün aus Holland ausgerollt werden.

„Dieser Platz war so schlecht, die reinste Buckelpiste“, sagt Wilke und verweist nochmals auf die Absage der DFB-Pokal-Begegnung gegen Dortmund im März. Der Rasen sei zwar schön grün, aber komplett am Schwimmen gewesen. „Der ganze Platz schwankte unter den Füßen“, verdeutlicht Manfred Wilke. Die Anfang der 80er Jahre verlegte Drainage sei einfach verstopft gewesen, das Wasser stand unter der Rasenoberfläche. Daher hat Wilke vollstes Verständnis für die damalige Entscheidung des DFB und verdeutlicht nochmals den Handlungsbedarf: „Da hätte auch kein SV Büren oder SC Halen drauf gespielt, alleine schon, weil der Pflegeaufwand nach jedem Spiel enorm ist“.

Die Installation der Rasenheizung ist eine Lizenzauflage des Deutschen Fußballbundes (DFB). Und wenn man schon dabei ist, diese Auflage zu erfüllen, sollte gleich der ganze Platz gemacht werden. Das stand mit dem Aufstieg der Sportfreunde in die Dritte Liga, spätestens mit dem Ligaerhalt, fest. Die Kosten vermutlich ebenso schnell: 250.000 Euro alleine für die erforderliche Rasenheizung, finanziert aus den Einnahmen des DFB-Pokals. Auch für die auf Gemeindekredit gebaute neue Osttribüne sollte etwas übrig sein. Für den neuen Platz stellten die Sportfreunde hingegen einen Antrag auf Kostenübernahme (380.000 Euro) an die Gemeinde – schließlich gehört ihr das schadhafte Grün und damit ist sie in den Augen von Manfred Wilke, wie bei allen anderen Vereinen auch, zuständig für die Finanzierung.

Dem mochten die Kommunalpolitiker nicht so ganz folgen. Das Argument: Wirtschaftsbetriebe, und nichts anderes sei die Profi-Mannschaft der Sportfreunde, seien rechtlich nicht förderfähig. Der Stadionrasen werde nur in Teilen vom Breitensport genutzt und daher auch nur zu einem Teil finanziert. 152.000 Euro wurden schließlich bewilligt. Das dürfte SFL-Macher Wilke nicht allzu sehr überrascht haben, zumal der neue Rasen (ohne Heizung) lediglich 300.000 und damit 80.000 Euro weniger als beantragt kostet. Von Enttäuschung oder gar Wut auf die Politiker ist bei Manfred Wilke jedenfalls nichts zu spüren, auch wenn er betont, dass die 152.000 Euro eindeutig zu wenig seien, im Vergleich zur Förderung der anderen ortsansässigen Sportvereine. Abstriche hat man halt immer. „Das ist eben Demokratie“, sagt Wilke selbst.

Auch von der Warnung einer möglichen wirtschaftlichen Schieflage des Vereins, die Wilke seinerzeit dem Bürgermeister für die Entscheidungsfindung im Haupt- und Finanzausschuss mit auf den Weg gegeben hatte, keine Spur. Auf eins könne man das natürlich nicht finanzieren, räumt Wilke ein. „Das muss über Jahre verteilt werden“, sagt der Sportfreunde-Mäzen und bestätigt, dass man einen Kredit aufgenommen habe – auf Nachfragen aber ausdrücklich keinen Bankkredit.

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Die Finanzierung steht, die Bauarbeiten haben begonnen. Anders als sonst, legen Spieler und Vereinsmitglieder dabei nicht selbst Hand an. „Das muss 100 Prozent ordentlich werden, deshalb überlassen wir das ganz den Profis“, sagt Wilke. Profi für Stadionrasen ist die Firma Heiler Sportplatzbau aus Bielefeld. Zu deren Kunden zählen die Großen der Fußballbundesliga wie der FC Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 genauso wie Hunderte Amateur- und Jugendvereine bundesweit. Die Arbeiten seien im Plan, sagt Wilke. „In drei Wochen, dann ist das Ding fertig.“ Hauptsache, das Wetter spielt mit und die Stadionbaustelle wird nicht überflutet. Dann können die Sportfreunde Profis in eine hoffentlich erfolgreiche zweite Drittligasaison starten.

Vor der Spielabsage: SF Lotte gegen Borussia Dortmund

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  • Platzbegehung: Was für ein Acker.

    Foto: UweSpeck
  • Lottes Trainer Ismail Atalan steht am Spielfeldrand und guckt nachdenklich. Auf Grund der Witterungsverhältnisse musste das Spiel abgesagt werden.

    Foto: Guido Kirchner
  • Torwart Roman Weidenfeller, Torwart Roman Buerki, Erik Durm, Marco Reus, Marc Bartra vom BVB verlassen den Platz.

    Foto: UweSpeck
  • Geschaeftsfuehrer Hans-Joachim Watzke (Dortmund), Sportdirektor Michael Zorc (Dortmund) begehen den Rasen im Frimo-Stadion.

    Foto: UweSpeck
  • Schiedsrichter Felix Brych bei der Platzbegehung.

    Foto: UweSpeck
  • Vor dem Anpfiff: Heftiger Schneefall setzt ein.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Auf der Anzeigentafel wird die Spielabsage angezeigt.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Schneefall im Frimo-Stadion.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Mehmet Scholl (r.) berät sich, wie es jetzt weitergeht.

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  • Borussen Fanartikel-Bus im Ortskern von Lotte.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Der lange Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hatte Probleme bei der Zufahrt auf das Stadiongelände und hatte sich im Gelände festgefahren.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Der lange Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hatte Probleme bei der Zufahrt auf das Stadiongelände und hatte sich im Gelände festgefahren.

    Foto: Mrugalla
  • Riesige Medienpräsens beim DFB-Pokalspiel.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Fans vor dem Stadion.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Foto: Mrugalla, Manfred
  • Vor dem Anpfiff: Da war der Rasen noch schön grün.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Fans noch in Erwartung des Spiels.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • BVB-Fans warten auf den Einlass ins Stadion.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Foto: Mrugalla, Manfred
  • Vor dem Einlass.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Fans vor dem Stadion.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Einlass ins Stadion.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Einlass.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • So kann nichts schiefgehen: Ein Halbfinalist steht auf jeden fall auf dem Schal

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • Der lange Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hatte Probleme bei der Zufahrt auf das Stadiongelände und hatte sich im Gelände festgefahren.

    Foto: Mrugalla, Manfred
  • In Erwartung der ersten Kunden weit vor der Anstoßzeit.

    Foto: Mrugalla, Manfred
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