Zwist zwischen Jägern und Stadt Bocholt
Streunende Katzen sorgen für Streit

Bocholt -

Die Rheder Jäger und die Stadtverwaltung streiten sich über streunende Katzen. Die Jäger liefern gefangene Streuner beim Fundbüro ab, die Stadt lässt sie wieder frei. Auch weil sie sich derzeit in Verhandlungen mit dem Bocholter Tierheim befindet, das mit den vielen Fundkatzen hohe Kosten hat und an die Kapazitätsgrenzen kommt.

Mittwoch, 05.07.2017, 07:00 Uhr

Streunende Katzen in Bocholt sorgen für Streit.
Streunende Katzen in Bocholt sorgen für Streit. Foto: wn

Schuld an der Misere, da sind sich Stadt und Jäger einig, ist das neue ökologische Jagdgesetz. Der damalige grüne Umweltminister Johannes Remmel hat es 2015 gegen heftige Proteste durchgebracht. Es verbietet Jägern, in ihren Revieren Katzen zu schießen.

„Trotzdem sind wir gesetzlich verpflichtet, Katzen aus den Revieren zu entfernen“, sagt Hegeringsleiter Bert Wülfing aus Ächterkrommert. Katzen richteten einen großen Schaden im Vogelbestand an und seien besonders für Bodenbrüter wie den Kiebitz gefährlich.

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Fotos von einer jagenden Katze hat Wülfing in seinem eigenen Stallgebäude gemacht. Eine Wildkamera erwischte eine Katze, die zwei Tage zuvor eines der Zwergkaninchen seiner Kinder erlegt hatte. Derzeit seien die Katzen aber „Beifang“ bei der Fallenjagd, zum Beispiel auf Marder, Iltisse, Füchse oder Nutria und Bisamratten.

Appell an Katzenhalter

Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und den Jägern haben die Stimmung nicht verbessert: „Wenn ich jede Katze fangen würde, die über mein Grundstück läuft, hätten wir noch ein größeres Problem“, sagt Ordnungsamtsleiter Christoph Terwiel. „Herr Wülfing sucht jemanden, bei dem er das Problem platzieren kann. Über die Kommunen will er Druck beim Land machen. Wir müssen es jetzt ausbaden.“

Mehr Verantwortungsbewusstsein der Katzenhalter – das wünschen sich beide. „Wir wollen nicht zum ,Schießbefehl‘ zurück“, sagt Hegeringsleiter Bert Wülfing. „Es muss eine andere Lösung her.“ Katzen müssten den Menschen so viel wert sein wie Hunde. Diese würden sofort vermisst, wenn sie weg seien.

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