Wohnmobil-Fan Arne Pinkepank
Ungewöhnliches rollendes Zuhause

Nottuln -

Arne Pinkepank ist Oldtimer-Fan. Aber ein ganz besonderer. Der Nottulner liebt Wohnmobile. Sein eigenes hat das Zeug zum Kult-Fahrzeug.

Freitag, 28.07.2017, 11:56 Uhr

Mit viel Eigenarbeit hat der Nottulner André Pinkepank sein Oldtimer-Wohnmobil ausgebaut. 4,4 Tonnen wiegt es und ist innen drin zweckmäßig und zugleich urgemütlich.
Mit viel Eigenarbeit hat der Nottulner Arne Pinkepank sein Oldtimer-Wohnmobil ausgebaut. 4,4 Tonnen wiegt es und ist innen drin zweckmäßig und zugleich urgemütlich. Foto: Dieter Klein

Arne Pinkepank ist bekennender Oldtimer-Fan. Allerdings nicht so einer, der sich am Steuer eines rassigen 300er SLR, eines Bugattis der Vorkriegszeit oder eines Rolls-Royce-Cabrios der 70er-Jahre sonnt. Des Nottulners ganzer Stolz ist vielmehr ein altes Wohnmobil. Ein klobiger, kantiger Koloss auf dem Fahrgestell eines alten Fiat-Pritschenwagens mit der Typen-Bezeichnung NC50 aus dem Jahr 1975.

Im Grunde ein Wohnmobil der Marke „Eigenbau“. „Nicht so ein rollender Joghurtbecher, wie man sie heute zu Tausenden draußen sieht, aus dünnen Plastikwänden und so voll gestopft, dass, wenn der Fahrer einsteigt, das Ding schon fast überladen ist“, schmunzelt der 52-Jährige.

Am 12. August (Samstag) allerdings freut sich Pinkepank über jedes Wohnmobil, egal welcher Bauart. Dann nämlich soll in Walldürn im Odenwald ein Weltrekord aufgestellt werden, und der Nottulner ist dabei (siehe Infobox).

Mitmachen beim Weltrekordversuch

Holen sie den Weltrekord? Insgesamt 672 Wohnmobile werden benötigt, um als längster rollender Wohnmobil-Konvoi ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen zu werden. Dazu treffen sich die Teilnehmer am 12. August (Samstag) in Walldürn im Odenwald.

Die Aktion ist auf einem guten Weg. Trotzdem: Aktuell liegt die Zahl der angemeldeten Teilnehmer erst bei 547. „Es muss also noch etwas passieren“, bittet der Nottulner Arne Pinkepank um weitere Wohnmobilisten, sich auf der Homepage www.wohnmobilweltrekord-wallduern.de zu regis­trieren und am 12. August mitzumachen.

Die Veranstaltung soll nicht kommerziell sein. Alle Überschüsse werden gespendet: Je zur Hälfte an das Erzbischöfliche Kinderheim St. Kilian in Walldürn und an die Hilfsaktion „Der Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes Hessen.

Der Weltrekordversuch findet im Rahmen eines riesigen Treffens von Wohnmobilisten statt. Untergebracht sind sie in einem Gewerbegebiet und auf einem Flugplatz. Ein Festzelt gibt es, ein reizvolles Rahmenprogramm ist geplant. Der eigentliche Rekordversuch findet ab 10 Uhr statt.

Aufgrund der Regeln des Guinness-Buchs können nur Wohnmobile teilnehmen – Wohnwagen, Gespanne und umgebaute Pkw zählen nicht. Kastenwagen, Bullys und Busse müssen offiziell als Wohnmobil zugelassen worden sein, um teilnehmen zu dürfen.  | www.wohnmo ­bil weltrekord-wallduern.de

...

Im Moment steht sein geliebter Koloss aber noch hinter dem Haus an der Dülmener Straße. Groß, kantig. Eine Wagenburg. Die seitliche Eingangstür erreicht man nur über eine Stufenleiter. Drinnen hat sich seit der letzten Urlaubsfahrt mit Ehefrau Dorothee an die dänische Küste nicht viel verändert. Der Kühlschrank außer einer vergessenen Limoflasche gähnt noch leer und sommerwarm. „Der läuft, genau wie Fernseher, Musikanlage und Beleuchtung, über eine 12-Volt-Batterie“, erklärt Arne Pinkepank. „Die liefert mir bis zu 400 Amperestunden, sodass mein Wohnmobil bis zu zehn Tage ohne weitere Stromzufuhr von außerhalb läuft.“

Er muss es wissen, im Alltag Energieanlagenmaschinist bei der Billerbecker Firma Suwelack, kennt er sich mit Technik bestens aus.

Und die findet man in seinem Wohnmobil-Eigenbau überall. Unter dem breiten Doppelbett, direkt hinter der Fahrerkabine, blinkt die Standby-Lampe einer leistungsstarken Stereoanlage. In der Küche steht ein Flachbildfernseher, im Heck eine Rückfahrkamera. Die Küchengeräte laufen mit Gas. Der zweiflammige Herd, wie auch der Heißwasser-Boiler. Die schmale, aber gemütliche Sitzgruppe um den Esstisch kann zur Not in ein zusätzliches Doppelbett umgeklappt werden.

Drei Jahrzehnte lang hat der Nottulner an und in seinem 4,4 Tonnen schweren rollenden Ferienhaus getüftelt. Zweckmäßig und urgemütlich ist es. Und wenn Arne Pinkepank die Gardinen vor den kleinen Fenstern beiseite schiebt, blickt er auch in seinem Garten direkt ins Paradies. Rosen und Fliederbüsche dicht an dicht. Ein paar Zaunkönige zwitschern aus einem verwunschenen Winkel. Arne Pinkepank strahlt zufrieden über sein Werk. Draußen, wie drinnen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5039349?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F
Nachrichten-Ticker