Reisen in die Türkei: Reisebüros verzeichnen deutliche Buchungsrückgänge
Kein Verzicht auf Urlaub

Warendorf -

Die Deutschen sind Europameister! Zwar nicht im Fußball, dafür aber im Reisen. In keinem anderen Land verreisen die Menschen so häufig wie hierzulande.

Montag, 31.07.2017, 07:42 Uhr

Eine Touristen ganz alleine am Strand von Belek (gr. Bild), ein Mann geht durch die leeren Reihen an Liegestühlen in Antalya (kl Bild): Reisen in die Türkei sind aufgrund der politischen Situation deutlich zurückgegangen.
Eine Touristen ganz alleine am Strand von Belek: Reisen in die Türkei sind aufgrund der politischen Situation deutlich zurückgegangen. Foto: dpa

Eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen ist seit jeher die Türkei. „Dort war das Preis-Leistungsverhältnis schon immer unschlagbar“, erzählt Hendirk Peitz vom Reisebüro Lückertz aus Warendorf. Und in diesem Jahr sind die Preise noch einmal deutlich gesunken. Grund ist die politische Lage in der Türkei. Terroranschläge in Istanbul und die diplomatische Krise mit Präsident Erdogan sind ein Grund dafür. Die Leute reisen bewusst nicht mehr in das Urlaubsland.

Große Buchungsrückgänge

„Wir verzeichnen Buchungsrückgänge von bis zu 40 Prozent bei Reisen in die Türkei. Viele Leute reisen bewusst nicht mehr in das Land“, so Peitz. Allerdings gebe es inzwischen auch Urlauber, die genau andersherum denken. Die Hotels sind nicht überfüllt, am Strand ist es schön leer. Und die Preise sind extrem günstig. „Also gibt es auch Leute, die sich ganz bewusst für die Türkei entscheiden. Unsere Kunden, die in der vergangenen Zeit dort waren, haben uns alle gesagt, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt haben.“

Vor einer Woche nun, hat das Auswärtige Amt angesichts der politischen Spannungen die Reisehinweise für das Land verschärft. Die Verhaftung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner hatte das Fass für Außenminister Sigmar Gabriel zum Überlaufen gebracht.

„Diese neuen Reisehinweise hatten aber bis jetzt noch gar keine Auswirkung beziehungsweise haben die Urlauber nicht weiter verunsichert, als vorher schon.“

Inzwischen sei es sogar so, dass die Preise für Türkei- Urlaube wieder steigen. Der absolute Preistiefpunkt scheint also erreicht worden und sogar schon überwunden zu sein. Besonders zur Ferienzeit. „Die beliebten Alternativziele wurden immer teurer, sodass die Urlauber wieder auf die Türkei aufmerksam werden“, so Hendirk Peitz.

Gute Alternativen

Die beliebten Alternativziele, von denen Peitz spricht, sind alle westlichen Urlaubsländer. Besonders natürlich Spanien und Griechenland. Auch Fernreisen seien sehr im Aufwind. Die USA zum Beispiel erfreue sich trotz westlicher Skepsis gegenüber Präsident Donald Trump großer Beliebtheit.

Karin Meyer vom Reisebüro Goeke in Warendorf sieht auch ein anderes Land ganz vorne. „Bulgarien erfreut sich absoluter Beliebtheit. Außerdem ist es da sehr günstig.“ Teilweise sei es sogar günstiger als in der Türkei. Genaue Preisvergleiche seien aber immer schwierig, meint Hendirk Peitz: „Es kommt immer auf die Reisezeit an.“

Auch Prognosen zur Beliebtheit von Türkei-Reisen seien schwierig bis gar nicht möglich. Es hänge von vielen Faktoren ab.

Festzustellen sei aber, dass sich die Deutschen die Lust am Reisen nicht vermiesen lassen. Wenn es nicht in die Türkei geht, wird der Urlaub halt woanders verbracht. Hauptsache Urlaub!

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