Unfall
Auto von Zug erfasst - zwei Verletzte

Telgte -

(Aktualisiert: 11:45) Da half auch das Hupen des Lokführers nicht: In Telgte hat eine 55-jährige Autofahrerin am späten Mittwochabend an einem unbeschrankten Bahnübergang einen heranfahrenden Zug übersehen. Bei dem Zusammenstoß verletzten sich zwei Personen. 

Donnerstag, 03.08.2017, 14:26 Uhr

Unfall : Auto von Zug erfasst - zwei Verletzte
Glück im Unglück hatte die Fahrerin dieses Wagens, die bei einem Zusammenstoß mit einer Regionalbahn nur leicht verletzt wurde. Foto: Polizei Warendorf

Trotz mehrfachen Hupens des Zuges fuhr die Frau aus Hagen am späten Mittwochabend gegen 22.30 Uhr über den unbeschrankten Bahnübergang der Delsener Heide. Nach Polizeiangaben wollte die Autofahrerin in die Warendorfer Straße (K 50) einbiegen. Doch der Zug erfasste das Heck des Pkw.

Bei der Kollision wurde die 55-Jährige nach Angaben der Feuerwehr Telgte schwer verletzt. Zunächst hatte die Polizei berichtet, die Frau sei leicht verletzt worden. Außerdem erlitt eine Zuginsassin einen Schock. Rettungskräfte brachten beide Frauen in Krankenhäuser.

Darum ist die Bahnstrecke Münster-Warendorf-Bielefeld so gefährlich

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  • Die eingleisige Nebenbahn von Münster über Warendorf nach Rheda-Wiedenbrück gilt als eine der unfallträchtigsten Bahnstrecken Deutschlands.

    Foto: Rüdiger Wölk, imago
  • An über 40 ungesicherten – offiziell „technisch nicht gesicherten“ genannten – Bahnübergängen kommt es immer wieder zu schweren Zusammenstößen. Oft stehen Autos und Lkws, die auf die parallel zur Bahnlinie verlaufende B 64 abbiegen wollen, noch auf den Gleisen.

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  • Eher die Ausnahme sind Unfälle an beschrankten Bahnübergängen. Zu einem solchen kam es im Januar in Warendorf.

    Foto: Joachim Edler
  • Zwölf Menschen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro.

    Foto: Joachim Edler
  • Die Bahnschranke hatte sich genau zwischen der Zugmaschine und dem Aufleger des Lastwagens gesenkt, so dass der Lokführer grünes Licht, also freie Fahrt, signalisiert bekam.

    Foto: Joachim Edler
  • Die meisten Unfälle passieren jedoch an unbeschrankten Bahnübergängen. Selbst im bundesweiten Vergleich gehört die Bahnstrecke zu denen mit den meisten Unfällen mit Todesfolge. In einem Leserbrief wurde die Strecke deshalb schon einmal als „Westfalentöter“ bezeichnet.

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  • Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die zahlreichen ungesicherten Bahnübergänge sollen verschwinden und durch wenige gesicherte ersetzt werden.

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  • 2018 sollen in Telgte die ersten ungesicherten Übergänge geschlossen werden.

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Zur Unfallzeit waren zehn Fahrgäste in der Eurobahn. Diese wurden von der Feuerwehr über Rettungsplattformen aus dem Zug geleitet, so dass sie nicht in das 1,50 Meter tiefe Gleisbett steigen mussten. Nach der Unfallaufnahme konnte der Zug zunächst weiterfahren, die Fahrgäste brachte ein Schienenersatzverkehr nach Münster. Später musste der Zug in der Werkstatt repariert werden. Die Warendorfer Straße war eine Stunde lang für den Fahrzeugverkehr gesperrt. 

Die Feuerwehr Telgte war mit insgesamt sechs Fahrzeugen und 28 Kräften vor Ort. Um 23.45 Uhr endete ihr Einsatz. Neben der Polizei waren auch Beamte der Bundespolizei vor Ort sowie jeweils ein Notfallmanager der Eurobahn und von DB Netz. 

Unfallgefahr

Immer wieder kommt es an den ungesicherten Bahnübergängen rund um Telgte zu schweren Unfällen. In diesem Jahr war es nach Angaben der Eurobahn bereits der sechste Zusammenstoß auf der Strecke. Deshalb sollen alle unbeschrankten Bahnübergänge zwischen Telgte und Warendorf wegfallen. Bei einem Bremsweg von bis zu 1000 Metern haben Lokführer kaum eine Chance, rechtzeitig anzuhalten.

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