Oktoberfeste in der Region
Lengericher müssen auf die Gaudi verzichten

lengerich/Tecklenburger Land -

In München ist Wiesn-Zeit. Wer typisch bajuwarisch feiern möchte, muss allerdings nicht unbedingt in den Süden fahren. Auch im Tecklenburger Land werden einige Oktoberfeste veranstaltet. In Lengerich allerdings nicht im großen Stil, die Gempt-Halle verzichtet auf eine Ausrichtung.

Dienstag, 19.09.2017, 11:52 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 18.09.2017, 18:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 19.09.2017, 11:52 Uhr
2015 wurde noch einmal zugelangt, danach gab es kein Oktoberfest mehr in der Lengericher Gempt-Halle.
2015 wurde noch einmal zugelangt, danach gab es kein Oktoberfest mehr in der Lengericher Gempt-Halle. Foto: Michael Baar

Ladbergen, Lienen, Tecklenburg, Recke: Nicht nur in München, auch in vielen Orten der Region freuen sich die Wiesn-Fans wieder auf ihr Highlight des Jahres. In der bayrischen Landeshauptstadt hieß es bereits am Samstag „O‘zapft is“, andernorts stehen die Oktoberfeste kurz bevor. Lengerich bleibt dabei außen vor.

In der Gempt-Halle hat es ein Oktoberfest zuletzt 2015 gegeben. Bereits im vergangenen Jahr wurde auf Maßkrüge, Brezel und Stimmungsmusik verzichtet. „Die Nachfrage blieb weit hinter den Erwartungen zurück“, sagt Michael Rottmann. Den Grund glaubt der Hallen-Manager zu kennen. „Auf den Oktoberfesten in den Nachbargemeinden ist es rappelvoll“, begründet der Fachmann, weshalb er in seinem Haus keinen Bedarf für ein weitere blauweiße Party sieht.

Wissenswertes zum Oktoberfest in Münster

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  • Dirndl-Schleife

    Die Ausrichtung der Schleife an der Schürze verrät den Beziehungsstatus der Trachtenträgerin: Sitzt die Schleife links, bedeutet das, die Frau ist ledig. Aber Vorsicht, nicht jede ledige Frau ist flirtbereit: Laut Brauchtum müssen auch Verlobte und Verliebte die Schleife noch links tragen. Sitzt die Schleife hingegen rechts, ist die Frau verheiratet.

    Über eine Schleife in der Mitte gibt es verschiedene Angaben. Die einen sagen, laut ungeschriebenen Regeln dürften Dirndlträgerinnen die Schleife nicht in der Mitte knoten. Andere sagen, eine Schleife in der Mitte bedeutet: Jungfrau. Schleife hinten: Verwitwet, Kellnerin – oder keine Ahnung von der Tradition, so bindet man eben auch die gemeine Küchenschürze.

    Foto: Felix Hörhager
  • „Ziemlich nah dran am Original“

    Das haben sich die Veranstalter des Oktoberfestes in Münster vorgenommen. Deshalb gibt es dort Bier einer bayrischen Brauerei, das in Originalmaßen serviert wird, also in Literkrügen. Zu essen gibt es Schweinshaxe, Käsespätzle, Brezeln und Obazda.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Bierpreise

    Die Preise sind auch fast wie auf der Theresienwiese: In Münster kostet eine Maß in diesem Jahr 10,30 Euro (20 Cent mehr als 2017), in München zwischen 10,70 Euro und 11,50 Euro. Zur Einführung des Euros 2002 lag der Maßpreis auf der Wiesn noch bei maximal 6,80 Euro.

    Foto: Peter Kneffel
  • Bierkonsum:

    Die Münsteraner sind laut Statistik trinkfreudiger als der durchschnittliche Wiesn-Besucher: Während in München 2017 ein Pro-Kopf-Verbrauch von 2,2 Litern gemeldet wurde, kam Münster nach Veranstalterangaben auf exakt 2,5 Liter. 

    Foto: Thomas M. Weber/WebRock
  • Festzelt

    Beim Oktoberfest in Münster ist das Festzelt 70 mal 40 Meter groß und bietet Platz für rund 4200 Gäste.

    Foto: Oliver Werner
  • Personal

    Das Münsteraner Oktoberfest 2018 umfasst zehn Veranstaltstage. Im Festzelt sorgen pro Abend rund 150 bis 200 Servicekräfte, Kellner und Zapfer für das leibliche Wohl der Gäste und den Ausschank.

    Foto: Thomas Weber
  • Tracht

    Eine richtige Tracht kann ins Geld gehen - und kostet schnell einen vierstelligen Betrag. In Münster „wird mehr Tracht getragen als in München“, sagt Christian Wasmuth, Mitorganisator des münsterischen Oktoberfestes. 600 Kilometer vom Epizen­trum des Oktoberfest-Universums in München entfernt merkt allerdings auch niemand, wenn die Lederhose nicht aus echtem Hirschleder ist und man zur Lederhose eigentlich ein weißes Leinen- und kein Karohemd trägt.

    Foto: dpa
  • Frisur

    Ob Bauern- oder Fischgrätzopf, Haarkranz oder Flechtpony – zum Dirndl passt geflochtenes Haar. Klassisch und sowohl für schulterlange als auch für sehr lange Haare geeignet ist der Haarkranz. Für mehr Halt die Haare vorher eindrehen.

    Dann unter dem linken Ohr anfangen zu flechten. Dazu eine Partie Haare nehmen und diese in drei gleichgroße Strähnen aufteilen und die rechte über die mittlere Strähne legen. Dann eine Partie des oberen Haares abtrennen und unter dem einmal Geflochtenen zu der linken Strähne hinzunehmen und über die mittlere Strähne legen.

    Die dünne rechte, ehemalige mittlere Strähne über die dicke, ehemalige linke Strähne legen. Dieses „halbe“ Einflechten einmal rund um den ganzen Kopf durchführen. Die übrigen Haare zu einem normalen Zopf flechten, herumlegen, festecken, fertig. Super angesagt auch: ein Flechtkranz mit Undone Wellen und der Haarkranz als Fischgrätzopf geflochten und undone arrangiert.

    Foto: dpa
  • Top beim Oktoberfest

    Sowohl Jung als auch Alt, Einheimische und internationale Gäste feiern gemeinsam und spätestens nach dem dritten Song tanzen alle auf den Bänken. Es herrscht viel Liebe zum Detail, wie beispielsweise bei den Frisuren der Frauen. Außerdem gibt es einfache Regeln, wie das Schleifebinden, die das Leben einfacher machen. Und mittlerweile kennen sich die Gäste immer besser mit den bayrischen Traditionen aus. Gute Stimmung gehört zum Oktoberfest wie die Maß Bier und die Trachten.

    Foto: Matthias Balk
  • Flop beim Oktoberfest

    Weniger empfehlenswert: In Turn- und Wanderschuhen statt in traditionellen Haferlsocken und -schuhen zum Fest zu erscheinen - sowie generell andere Klamotten über der Tracht zu tragen. Nicht gern gesehen: Beim Alkohol über die Stränge schlagen oder mit dem Auto kommen.

    Foto: Tobias Hase

In der Tat stehen die „Ladberger Wiesn“ so hoch im Kurs, dass die Veranstalter nur wenige Wochen nach dem Fest, zu dem 1500 Besucher kommen, mit dem Kartenvorkauf für die nächste Auflage beginnen. Binnen einer halben Stunde waren die Karten für das diesjährige Fest am ersten Adventssonntag vergangenen Jahres vergeben.

Weiter sorgen in den kommenden Wochen Lienen am 29. September, Tecklenburg-Leeden am 1. Oktober und Recke am 14. Oktober für Wiesn-Stimmung und Gaudi. Auch in Ibbenbüren wird zünftig gefeiert. Die Stadtteile Püsselbüren und Dörenthe sind Veranstaltungsorte.

Für das große Oktoberfest, das in den vergangenen Jahren Scharen von Menschen ins Gewerbegebiet Süd gelockt hat, sei dem Veranstalter der Aufwand zu groß gewesen, weiß Daniel Runde. „Der Hype ist vorbei“, glaubt der Veranstaltungsmanager des Vereins Stadtmarketing Ibbenbüren. In Mettingen fällt das Oktoberfest in diesem Jahr ebenfalls aus.

Hallen-Manager Michael Rottmann ist mit Tanz, Musik und Geselligkeit in Lengerich aber noch nicht fertig. Ein alternatives Fest unter einem anderen Motto könne er sich vorstellen, kündigt er an. Möglich, dass es vielleicht schon im kommenden Jahr soweit ist.

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