Mysteriöser Wohnungsbrand in Telgte
Mordkommission ermittelt

Telgte -

(Aktualisiert: 16.10 Uhr) Vieles ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt. Fakt ist: Nach einem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus am Sperberweg  hat die Mordkommission Münster  unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Rainer Wilp die weiteren Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Münster. Denn etwas mysteriös erscheint auf den ersten Blick das eine oder andere Detail des Falles.

Montag, 02.10.2017, 16:45 Uhr

Die Polizei hat das Mehrfamilienhaus in Telgte mit Flatterband abgesperrt. Eine Wohnung im ersten Stock hat dort gebrannt, dabei soll eine Person mit Messerstichen gefunden worden sein.
Die Polizei hat das Mehrfamilienhaus in Telgte mit Flatterband abgesperrt. Eine Wohnung im ersten Stock hat dort gebrannt, dabei soll eine Person mit Messerstichen gefunden worden sein. Foto: Große Hüttmann

Beispielsweise die Tatsache, dass der 20-jährige Mieter der Wohnung nach seiner Rettung aus dem ersten Stock eine Verletzung im Bauchraum aufwies. Ob diese bereits vor der Rettung entstand und wie es dazu kommen konnte, das untersucht die Kripo noch.

Derzeit ist die Brandursache noch völlig unklar.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt

Zu Vermutungen, es handele sich dabei um einen Messerstich, äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft nicht, genauso wenig wie zum Brand selbst, der sich nach Aussagen von Anwohnern rasend schnell ausgebreitet habe. „Derzeit ist die Brandursache noch völlig unklar“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Sonntag lediglich.

Gutachter eingeschaltet

Ein Gutachter sei bereits eingeschaltet, er soll mehr Licht in das Dunkel bringen. Fest steht: Am frühen Sonntag gegen 1 Uhr informierte der 20-jährige Mieter der Wohnung Polizei und Feuerwehr über den Brand in dem Mehrfamilienhaus. Schnell eintreffende Polizisten weckten nach Angaben der Staatsanwaltschaft die übrigen Bewohner und halfen ihnen auf dem Weg durch den dichten Qualm ins Freie.

Rettung mit der Drehleiter

Die Feuerwehr musste zudem einen 23-Jährigen mit Hilfe einer Drehleiter von einem Balkon retten. Hierhin hatte sich der Mann vor dem dichten Rauch geflüchtet. „Wegen des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte waren die Verletzten nur kurze Zeit dem schädlichen Rauchgas ausgesetzt“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Dennoch seien beide Personen vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

Wir können nach derzeitigem Ermittlungsstand eine Brandstiftung nicht ausschließen.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt

„Wir können nach derzeitigem Ermittlungsstand eine Brandstiftung nicht ausschließen“, sagte der Oberstaatsanwalt. Dass die Flammen heftig gewesen sind, das ist sowohl über den Fensteröffnungen als auch im Dachgeschoss des Hauses zu sehen, wo es deutliche Spuren des Brandes gibt.

Wohnhaus möglicherweise unbewohnbar

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist das Wohnhaus durch das Feuer und die Löscharbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ob es sogar unbewohnbar ist, das soll der Gutachter ebenfalls klären. „Zu unseren Ermittlungen gehört nun neben der Befragung von Zeugen und der Auswertung von Spuren insbesondere die Begutachtung der Brandstelle“, erklärte der Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Rainer Wilp.

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