„Friederike“ tobt übers Land
Schwere Schäden auch im Münsterland

Münster/Ibbenbüren -

Der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren hat am Donnerstag bundesweit den Fernverkehr der Bahn lahmgelegt. Züge würden aus Sicherheitsgründen nicht mehr losfahren, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Züge, die unterwegs seien, sollten soweit möglich bis zum Zielbahnhof fahren. Die Sperrung solle bis zum Morgen dauern, so der Sprecher. Im Sturm „Friederike“ kamen mehrere Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. „Friederike“ war der schwerste Sturm seit „Kyrill“ 2007. Auf dem Brocken wurden in der Spitze Orkanböen von 203 Stundenkilometern gemessen.

Freitag, 19.01.2018, 06:30 Uhr

„Friederike“ tobt übers Land: Schwere Schäden auch im Münsterland
Feuerwehr und Hilfsdienste waren bundesweit im Einsatz, um umgestürzte Bäume von Straßen, Autos und Häusern wegzuräumen. Foto: Helmut Etzkorn

Auf einem Campingplatz bei Emmerich wurde ein ­ 59-Jähriger von ei­nem Baum erschlagen. Sowohl im sau­erländischen Sundern als auch im Thüringen starb ein Feuerwehrmann im Einsatz. In einer Sturmböe verlor in Lippstadt ein Mann (68) bei einem Verkehrsunfall sein Leben, ebenso wie ein Lkw-Fahrer in Thüringen und eine 61-jährige Pkw-Fahrerin in Mecklenburg-Vorpommern. In Enschede wurde ein Mann von einem herabstürzenden Ast in seinem Au­to getötet.

„Friederike“ zog bis in den Abend durchs Münsterland. Vielerorts fielen Bäu­me um und versperrten zentrale Straßen. Auf der Autobahn 30 bei ­Ibbenbüren wurde eine Hochspannungsleitung abgerissen. Sie lag quer über der Fahrbahn. Nach Polizeiangaben musste erst der Strom abgestellt werden, ­damit der Schaden beseitigt werden konnte. Auch die A 1 bei Münster musste zeitweise gesperrt werden. In vielen Städten und Gemeinden der Region sorgten umgestürzte Bäume und herabgefallene Fassadenstücke und Dachziegel für Behinderungen. Die Einsatzkräfte verzeichneten allein im Münsterland bis zum späten Nachmittag über 2500 Einsätze. Der Schaden an Gebäuden und Autos kann nach Angaben der Versicherungswirtschaft noch nicht beziffert werden.

Orkantief Friederike in Münster

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  • Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

Zeitweise waren gestern 100 000 Menschen in NRW ohne Strom. Grund waren vielerorts be schädigte Oberleitungen oder starke Schwankungen im Stromnetz. Am späten Nachmittag teilte der Netzbetreiber West­netz mit, dass in den Kreisen Coesfeld, Borken, Steinfurt und Gütersloh noch 10 000 Menschen ohne Strom waren.

Der Bahnverkehr wurde bundesweit eingestellt, erst am Abend fuhren wieder einige Nahverkehrszüge. Tausend Zugreisende mussten die Nacht auf den Bahnhöfen verbringen. Auch an Flughäfen wurden Dutzende Flüge gestrichen.

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