Brand am Sperberweg
Bewohner legt Geständnis ab

Telgte -

Der mysteriöse Brand Anfang Oktober 2017 am Sperberweg ist aufgeklärt. Der Täter hat ein Geständnis abgelegt.

Dienstag, 23.01.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2018, 21:00 Uhr
Der Bewohner hat gestanden, die Wohnung selbst angesteckt zu haben.
Der Bewohner hat gestanden, die Wohnung selbst angesteckt zu haben. Foto: Große Hüttmann

Der mysteriöse Wohnungsbrand am 1. Oktober am Sperberweg ist aufgeklärt. Der zum Tatzeitpunkt 20-jährige Bewohner habe in der vergangenen Woche gegenüber den Ermittlern gestanden, das Feuer gelegt zu haben. Das berichtete Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Anfrage.

Der syrische Flüchtling, der sich zunächst als Opfer eines Überfalls dargestellt hatte, war bereits im Dezember wegen versuchten Mordes festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Viele Ungereimtheiten in den Aussagen des Flüchtlings hatten die Ermittler an der Richtigkeit seiner Aussagen zweifeln lassen.

Einbruch vorgetäuscht

Der junge Mann habe in der Vernehmung angegeben, das Feuer aus Verzweiflung über seine persönliche Situation gelegt zu haben, so der Oberstaatsanwalt. Mit seinem Studium sei nicht alles gelaufen wie erhofft. Zudem habe er mit einem Freund Streit gehabt. Und er habe seine Familie vermisst.

Nachdem er den Brand gelegt hatte, habe er dann aber realisiert, dass er dafür ins Gefängnis kommen könnte. „Deshalb hat er sich selbst verletzt, um einen Einbruch vorzutäuschen“, berichtete Botzenhardt. „Er hat angegeben, dass er niemanden verletzen wollte. Damit versucht er wohl, den Vorwurf des versuchten Mordes zu entkräften.“

Offene Frage: Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht?

Ob sich der Syrer wirklich wegen versuchten Mordes oder aber nur wegen besonders schwerer Brandstiftung vor Gericht wird verantworten müssen, ist noch offen. Der Münsteraner Oberstaatsanwalt geht aber davon aus, dass die Anklageschrift binnen weniger Wochen fertiggestellt sein wird. Bis zur Gerichtsverhandlung bleibt der geständige Täter in Haft.

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Wie hoch die Strafe am Ende ausfallen wird, hängt ganz entscheidend davon ab, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt. Zwingend vorgeschrieben ist Erwachsenenstrafrecht erst ab dem 21. Lebensjahr.

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