Acht Monate mit Bewährung für Nordwalder
Kindesmissbrauch: 25-Jähriger verurteilt

Nordwalde -

Er hat selbstständig den Kontakt zu einer Psychotherapeutin gesucht. Das wurde dem 25-jährigen Nordwalder positiv ausgelegt – und wirkte sich auf das Urteil im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungens und Besitzes kinderpornographischer Dateien aus.

Mittwoch, 21.02.2018, 19:02 Uhr

Vor dem Amtsgericht Rheine wurde der Fall eines 25-jährigen Nordwalders verhandelt.
Vor dem Amtsgericht Rheine wurde der Fall eines 25-jährigen Nordwalders verhandelt. Foto: dpa

Wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen und Besitzes kinderpornographischer Dateien wurde ein 25-jähriger Nordwalder gestern am Amtsgericht Rheine zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Mit dem Einverständnis des Angeklagten legte der Vorsitzende ihm eine Sexualstraftäter-Therapie auf, die er nicht eigenmächtig abbrechen darf. Zudem muss er 1500 Euro an die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zahlen.

„Sie haben alle Pluspunkte gesammelt, die Sie sammeln konnten, um eine Bewährung zu bekommen“, sagte der Richter und verwies auf die Kontaktaufnahme zu einer Psychotherapeutin. „Die Therapie ist die wichtigste Auflage im Interesse der Allgemeinheit.“

Der sexuelle Missbrauch geschah am frühen Morgen des 7. Juni 2017, als der Junge eine Straße in Rheine befuhr. Laut Anklage verlangsamte der Angeklagte sein Tempo, sprach den Jugendlichen an und zeigte ihm aus seinem Fahrzeug heraus Bilder von unbekleideten Menschen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Nordwalde am 20. Juni 2017 stellten die Beamten seinen Laptop mit Bilddateien und vier Videofilmen mit schwersten sexuellen Missbräuchen von Kindern und sein Handy sicher. Der Angeklagte gestand über seinen Anwalt die Straftaten, fühlte sich aber nicht in der Lage, detaillierte Angaben zum Hintergrundgeschehen zu machen. Das akzeptierte das Gericht hinsichtlich der eigenständigen Maßnahme, sich in Therapie zu begeben.

Der Staatsanwalt hatte sechs Monate mit Bewährung beantragt, aber zugleich darauf hingewiesen, dass die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des Besitzes zahlreicher jugendpornographischer Dateien eingestellt habe. Er sagte in seinem Plädoyer: „Das Ansprechen des Kindes hat eine andere Qualität als der Besitz und wiegt juristisch deutlich schwerer.“

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