Brandstiftung in Westerkappeln
Verdächtiger soll Handy am Tatort verloren haben

Westerkappeln -

Fünf Tage nach Festnahme von sieben Beschuldigten im Zusammenhang mit der Brandstiftung in dem Orientladen am Kreuzplatz in Westerkappeln arbeiten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter an der Aufklärung des Falls. Auf die Spur der Verdächtigen führte offenbar ein am Tatort verlorenes Handy.

Mittwoch, 21.02.2018, 17:30 Uhr

Die Brandstelle im Westerkappelner Ortskern ist weiter gesperrt.
Die Brandstelle im Westerkappelner Ortskern ist weiter gesperrt. Foto: Heinrich Weßling

Die beiden mutmaßlichen Brandstifter, zwei 22-jährige Männer aus Osnabrück, sitzen in Belgien in Auslieferungshaft.

Dorthin hatten sich die beiden zunächst abgesetzt, sich dann aber offenbar selbst der Polizei gestellt. Das berichtet der Osnabrücker Rechtsanwalt Joë Thérond, der den 26-jährigen Ladeninhaber vertritt. Dieser soll die Brandstiftung – wie berichtet – zusammen mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder und der Hilfe eines weiteren Osnabrückers organisiert haben, so die Staatsanwaltschaft.

Verdächtige wurden überwacht

Sein Mandant weise die Vorwürfe nach wie vor zurück, erklärte Thérond. Auch der Bruder bestreite eine Beteiligung. Ins Visier der Ermittler sind die beiden Westerkappelner sowie die fünf anderen Verdächtigen offenbar durch einen dummen Fehler der Brandstifter geraten. Einer der beiden habe bei der Tatausführung wohl sein Handy an der Brandstelle verloren, berichtete Thérond. Die Polizei habe die Verbindungsdaten des Telefons ausgewertet. Daraufhin seien Überwachungsmaßnahmen angeordnet worden. „Das hat zu weiteren Personen geführt“, sagte der Rechtsanwalt.

Orientladen in Westerkappeln ausgebrannt

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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
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Angeblich seien von den überwachten Personen Gespräche geführt worden, aus denen eine Belastung für seinen Mandanten hervorgehe, so Thérond weiter. „Es geht aber nicht um Gespräche, die mein Mandant geführt hat.“ Mehr wisse er dazu auch nicht. „Das ist alles sehr vage. Ich habe auch noch keine Ermittlungsakten.“

Staatsanwalt will Vernehmungen abwarten

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt wollte auf Nachfrage zu dem angeblich gefundenem Handy und daraus resultierenden Maßnahmen und Erkenntnissen nichts sagen. „Wir haben die beiden Beschuldigten aus Belgien noch gar nicht vernommen“, gab er zu bedenken. Wenn die beiden Männer nicht mit einer Auslieferung einverstanden sind, könne sich die Überstellung an die deutschen Strafverfolgungsbehörden unter Umständen Monate hinziehen, hatte Botzenhardt bereits am Sonntag erklärt.

Die beiden Westerkappelner Brüder und drei beschuldigte Männer aus Osnabrück sitzen in Untersuchungshaft. Den sieben Verdächtigen wird von der Staatsanwaltschaft unter anderem versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und versuchter Betrug beziehungsweise Beihilfe und Anstiftung dazu vorgeworfen.

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