Ende der zentralen Vermarktung droht
Herausforderung für Waldbesitzer

Tecklenburger Land -

Die zentrale Holzvermarktung durch den Landesbetrieb Wald und Holz NRW steht derzeit auf dem Prüfstand und wird in ihrer derzeitigen Form wohl mit dem laufenden Jahr zu Ende gehen. Darüber informierte der Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, Heinz-Peter Hochhäuser, jetzt bei einer Versammlung von Waldbauern.

Mittwoch, 21.02.2018, 21:39 Uhr

Bei der Holzvermarktung werden die privaten Waldbauern schon bald Veränderungen zu spüren bekommen. Heinz-Peter Hochhäuser (kleines Bild), Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, mahnt deshalb Zusammenhalt an.
Bei der Holzvermarktung werden die privaten Waldbauern schon bald Veränderungen zu spüren bekommen. Heinz-Peter Hochhäuser (kleines Bild), Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, mahnt deshalb Zusammenhalt an. Foto: Wilhelm Schmitte/privat

„Die Forstbetriebsgemeinschaften stehen vor großen Herausforderungen“, ließ Heinz-Peter Hochhäuser keinen Zweifel am Ernst der Lage. Und die ist auch noch sehr komplex: Nach jahrzehntelanger Praxis hat das Bundeskartellamt Anstoß am kooperativen Holzverkauf genommen. Die Begründung der Kartellwächter: Der Landesbetrieb Wald und Holz vermarktet das Holz privater und kommunaler Waldbesitzer zusammen mit Holz aus dem Staatswald. Nach Meinung der Behörde ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Auch Vorarbeiten der Holzernte sollen künftig nicht mehr automatisch durch Mitarbeiter der Forstverwaltung erledigt werden. Aktuell übernehmen die Förster vor Ort noch zirka 70 Prozent dieser Aufgaben. Neben dem Kartellamt prüft auch die EU-Kommission die Betreuung privater Waldbesitzer durch den Landesbetrieb. Beide Institutionen fordern, die bisher stark subventionierten Tätigkeiten nur noch zu Vollkosten anzubieten. Die dann deutlich höheren Kosten für die Waldbauern sollen durch eine direkte Förderung abgemildert werden.

Entsprechende Gerichtsurteile und endgültige Entscheidungen stünden zwar noch aus, aber es zeichne sich schon ab, dass Waldbesitzer ihr Holz bald selbst vermarkten müssen, so Hochhäusers Einschätzung. Gleichzeitig gibt er aber ein Stück weit Entwarnung: „Mit der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FWV) Münsterland und der ihr angeschlossenen Naturstoffzentrale Land und Forst (NLF) sind in den letzten Jahren schon hervorragende Strukturen entwickelt worden, die sich in der Praxis bewährt haben.“

Wichtig sei es aber, jetzt nicht auseinanderzulaufen, so sein Appell an alle Mitglieder der bestehenden und funktionierenden Forstbetriebsgemeinschaften. Eine Umstrukturierung der Holzvermarktung – auch im Sinne der vielen Kleinstwaldbesitzer – könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten gemeinsam die begonnenen Entwicklungen weiter unterstützten, lautet Hochhäusers Überzeugung.

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