Ministerium für Anja Karliczek
„Sie hat sich das verdient“

Tecklenburg -

„Ich bleibe das, was ich bin“, hatte sie jüngst bei einer Veranstaltung in Lengerich erklärt. Anja Karliczek, CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, konnte da noch nicht ahnen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sie zur neuen Bundesministerin Bildung und Forschung auserkoren hat.

Montag, 26.02.2018, 19:00 Uhr

Im Bundestag war Anja Karliczek bereits des Öfteren zu hören. Wenn die große Koalition zustande kommt, wird sie dort künftig als Ministerin sprechen.
Im Bundestag war Anja Karliczek bereits des Öfteren zu hören. Wenn die große Koalition zustande kommt, wird sie dort künftig als Ministerin sprechen. Foto: Tobias Koch

„Ich bleibe das, was ich bin“, hatte sie jüngst bei einer Veranstaltung in Lengerich erklärt. Anja Karliczek, CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, konnte da noch nicht ahnen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sie zur neuen Bundesministerin für Bildung und Forschung auserkoren hat. Doch vor wenigen Tagen wurde sie zum Gespräch ins Kanzleramt gebeten. Und nun, nachdem sie Ja gesagt hat zu Angela Merkel, steht sie im Blitzlichtgewitter. Beim Bundesparteitag in Berlin ist die 46-jährige Brochterbeckerin eine interessante Interviewpartnerin. Man will sie näher kennenlernen.

In Tecklenburg hingegen ist Anja Karliczek bei Weitem keine Unbekannte. Und man weiß sie zu schätzen. So wie Bürgermeister Stefan Streit. „Ich freue mich für sie und habe großen Respekt vor ihren offensichtlichen Leistungen. Glückwunsch. Anja Karliczek hat sich als parlamentarische Geschäftsführerin einen guten Namen gemacht“, betont SPD-Mann Streit. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Aus Brochterbeck kommen gute Politiker.“ Recht hat er, immerhin stammen nicht nur Anja Karliczek und er selbst aus Brochterbeck, sondern auch der frühere Landtagsabgeordnete Wilfried Grunendahl. Eine Bundesministerin mit Wohnsitz in Brochterbeck? „Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn“, ist der Bürgermeister begeistert.

Auch bei Familie Kerssen in Brochterbeck ist man positiv gestimmt. „Wir freuen uns sehr“, betont Olaf Kerssen, Bruder von Anja Karliczek. Er ist davon überzeugt, dass sich seine Schwester gut einarbeiten wird in den Bereich Bildung und Forschung. „Wir wünschen ihr alles Gute und Gottes Segen.“ Wo die Reise weiter hingeht und wo er Anja Karliczek in einigen Jahren sieht, dazu möchte sich Olaf Kerssen lieber nicht äußern. „Da müssen Sie meine Schwester fragen.“

Für die Bundespolitikerin wird sich, wenn denn die große Koalition in Berlin zustande kommt, einiges ändern. Sie wäre dann Chefin eines Ministeriums mit rund 1000 Mitarbeitern. „Für Tecklenburg wird sie dann wohl keine Zeit mehr haben“, vermutet Egbert Friedrich, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Doch über den Grund dafür, nämlich dass Anja Karliczek Ministerin werden soll, „freue ich mich unheimlich“. „Ich dachte, sie wird bestimmt einmal Staatsministerin.“ Doch dieser Sprung jetzt direkt zur Bundesministerin, der sei einfach phänomenal. „Sie hat sich das erarbeitet und verdient“, versichert Egbert. „Anja Karliczek ist fleißig, akribisch und ehrgeizig. Das zeichnet sie aus.“ Sie sei – auch in der Kommunalpolitik – immer gut vorbereitet gewesen. Was sie sage, habe immer Hand und Fuß und sie sei stets offen für alle Dinge, ist Egbert voll des Lobes.

Nun bleibt abzuwarten, ob die SPD-Mitglieder der Bildung einer großen Koalition zustimmen. Das Ergebnis soll am Sonntag, 4. März, verkündet werden.

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