Glasfaser im Außenbereich stockt
Glasfaser für alle braucht Zeit

Metelen -

Nicht vor dem Jahr 2019 werden die ersten Arbeiten für ein schnelles Breitbandnetz im Außenbereich beginnen. Dies jedenfalls ist die Prognose eines Experten der Wirtschaftsförderung des Kreises. Grund: Der Modellcharakter des Vorhabens und ein kompliziertes Ausschreibungsverfahren.

Mittwoch, 28.02.2018, 06:01 Uhr

Im Ort gibt es längst Glasfaserleitungen, die Versorgung der Menschen im Außenbereich und auch in Teilen des Gewerbegebiets dauert aber noch.
Im Ort gibt es längst Glasfaserleitungen, die Versorgung der Menschen im Außenbereich und auch in Teilen des Gewerbegebiets dauert aber noch. Foto: dpa

Lange Gesichter machten Zuhörer aus dem Bereich der Landwirtschaft nach einem Vortrag von Ingmar Ebhardt vor dem Bauausschuss der Gemeinde am Montagabend. Der Experte von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises (WESt) erläuterte, dass die Menschen im Außenbereich Geduld mitbringen sollten, bevor auch sie mit schnellem Internet versorgt würden.

Grundsätzlich stehen zwar die Fördermittel des Bundes und des Landes zur Verfügung, und auch die Kommune hat ihren zehnprozentigen Anteil in Höhe von 300 000 Euro zu den Kosten bereits im Haushalt fixiert. Dass der Kämmerer diese noch im laufenden Jahr auszahlen muss, ist nach dem Vortrag Ebhardts allerdings mehr als fraglich. Bevor der erste Bagger anrollt und die Gräben für das Netz im Außenbereich aushebt, wird noch viel Zeit vergehen.

Beinahe zwei Jahre dauerte die Bestimmung der weißen Flecken in Metelen. Bauernhöfe, aber auch Unternehmen, die beim Bau des Glasfasernetzes im Ort noch gar nicht am Ort angesiedelt waren, wurden registriert. Aber nicht nur in der Vechtegemeinde: Unter der Federführung Neuenkirchens haben sich auch die Kommunen Wettringen, Nordwalde, Saerbeck und Mettingen dem Projekt angeschlossen, das für den Kreis Steinfurt Modellcharakter hat.

Die Bestandsaufnahme ergab: Fast 100 Prozent aller Anschlüsse im Metelener Außenbereich könnten durch das neue Netz abgedeckt werden, nur 25 unterversorgte Adressen blieben übrig. „Das wäre ein Spitzenwert“, weiß Ebhardt.

Der Modellcharakter verlange aber auch nach Rechtssicherheit für die ausschreibenden Kommunen und auch für die Anbieter. Ein juristischer und ein technischer Berater wurden dazu ins Boot geholt. Sie begleiten das Verfahren, das zunächst den Markt sondiert und Anbieter zur Teilnahme einlädt. Der 6. März ist hier der Stichtag, wenige Tage später werden die ausgewählten Unternehmen zur Abgabe ihrer Angebote aufgefordert. Gut zweieinhalb Monate haben sie dafür Zeit, danach wird verhandelt, wiederum muss möglicherweise nachgebessert werden und erst dann kann die Zusage an ein Unternehmen erfolgen.

Doch selbst dann gibt es noch einige Fallstricke. So muss die Bundesnetzagentur ihr Okay geben, der Finanzplan endgültig aufgestellt werden, und, und, und. Und wann geht es los? Experte Ebhardt wagte hier keine seriöse Prognose. In seiner Präsentationsvorlage findet sich nur der Hinweis auf das Jahr 2019, verbunden mit vier dicken Fragezeichen.

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