Landwirte sehen Winter gelassen
Kälte lässt die Kühe kalt

Ladbergen -

Es ist kalt. Mit kräftigen Minustemperaturen und eisigem Wind hat sich der Winter zurückgemeldet. Warm angezogen und mit Mützen und Hüten auf den Köpfen schützen sich die Menschen vor dem Frost – und sind froh, wenn sie zurück in ihre warmen Stuben kommen. Da mag sich mancher vielleicht fragen: „Wie ist das eigentlich mit den Tieren? Frieren zum Beispiel Kühe nicht, wenn sie bei diesem Wetter auf der Weide stehen?“

Mittwoch, 28.02.2018, 07:33 Uhr

Winter – na und? Diesen Limousin-Kühen macht Kälte nichts aus, versichert Landwirt Hendirk König. Solange es trocken bleibt und es keine Zugluft gibt, frieren sie auch auf verschneitem Untergrund nicht
Winter – na und? Diesen Limousin-Kühen macht Kälte nichts aus, versichert Landwirt Hendirk König. Solange es trocken bleibt und es keine Zugluft gibt, frieren sie auch auf verschneitem Untergrund nicht Foto: Wibke König-Luetke-Stockdiek

„Nein“, sagt Hendrik König. Ihr Fell schütze sie auch dann, wenn das Thermometer Minustemperaturen anzeigt. „Solange es keinen Zug gibt und die Kühe trocken stehen, gibt es keine Probleme“, ergänzt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes in Ladbergen. Unangenehm wird es allerdings für die Nutztiere, wenn Regen und Wind dazukommen – und für den Landwirt, wenn Wasserleitungen in Außenklimaställen einfrieren. „Da müssen wir dann das Wasser mit Eimern zu den Kühen tragen.“

Heizung für die Schweine

Und wie steht es mit Schweinen? Immerhin stehen in den Ställen von Hendrik König zurzeit rund 300 Muttersauen und etwa 1000 Ferkel. Die, sagt der Landwirt, haben es gern muckelig warm. 22 Grad sollten es schon sein, damit sich die Borstentiere wohlfühlen. 30 Grad brauchen die Kleinen.

Um die Tierunterkünfte schnell warm zu bekommen, stehen bei Königs Heizkanonen bereit. Die springen bei zwei Grad unter der erforderlichen Temperatur an und brennen zurzeit durchgehend, bedauert der Fachmann. Das Betriebsmittel Flüssiggas geht nämlich ins Geld, ebenso das Öl für die zusätzliche Heizung, die auch das Wasser erwärmt.

Abgesehen von den deutlich erhöhten Heizkosten hätten die Landwirte im Bereich der Ställe mit der Kälte allerdings kein Problem, macht der Fachmann deutlich. Heiße Sommer mit Temperaturen bis 30 Grad und mehr seien schlimmer. „Es ist leichter, Wärme in die Ställe hinein als Hitze heraus zu bekommen.“

Da die Wetterfrösche die kalten Temperaturen früh genug angekündigt haben, hatte Hendrik König Zeit, darauf schon im Vorfeld zu reagieren. „Wir halten Jungsauen in einem Strohstall außerhalb unseres Hofes. Alle zehn Wochen bekommen wir neue“, berichtet er. „Weil klar war, dass es kalt werden würde, haben wir unseren Lieferanten gebeten, mit der nächsten Lieferung abzuwarten, damit wir diesen Stall nicht auch noch heizen müssen. Außerdem tut den Tieren ein Transport bei dieser Kälte nicht gut.“

Gut für den Ackerbau

Für den Ackerbau, so König weiter, seien die kräftigen Minus-Temperaturen hilfreich. Durch die trockene Kälte gebe es kein Wasser mehr in den Böden und somit auch keine überschwemmten Flächen. Es sei gut, wenn der Boden kräftig durchfriere. „Das Wintergetreide braucht auch einmal Schockfrost. Pflanzen wie Triticale bestocken sich dann, das heißt, sie verzweigen sich am Stängelgrund und bilden Seitentriebe“, so der Landwirt.

An Düngung (Gülleausbringung) sei zurzeit allerdings nicht zu denken, so König weiter. „Das geht erst, wenn der Boden über Tag auftaut, was vielleicht in der nächsten Woche der Fall sein wird“, sagt er. Bis Mitte März müssten die Pflanzen einen Dünger-Vorrat bekommen. „Bis der umgesetzt ist, ist die Vegetation im Gange.“

Schlecht für Mücken

Die Ladberger Landwirte, sagt der Fachmann, brächte der Frost ebenso wenig aus der Ruhe wie deren Tiere und die Pflanzenwelt. „Trockene Kälte ist gut für die Winterkultur – und schlecht für Mücken“, schmunzelt er. Wenn die kräftigen Frost „mitbekämen“, würde die Population im Sommer vielleicht nicht ganz so schlimm.

Allerdings: „Bis minus zehn Grad haben wir Landwirte keinen Stress. Minus 20 Grad brauchen wir jedoch nicht, dann wird es für Getreide und Grünland schwierig, wenn es keine Schneedecke gibt.“

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