Belgier liefern mutmaßliche Brandstifter aus
Ladeninhaber wird schwer belastet

Westerkappeln -

Die belgischen Behörden haben die zwei mutmaßlichen Täter, die in der Nacht zum 7. Februar den Brand in einem Orient-Laden in Westerkappeln gelegt haben soll, nach Deutschland ausgeliefert. Die beiden Männer haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden und dabei den Ladeninhaber schwer belastet.

Freitag, 02.03.2018, 18:56 Uhr

Die Polizei sicherte nach der Brandstiftung mit einem Großaufgebot die Spuren. Auch das Landeskriminalamt beteiligte sich.
Die Polizei sicherte nach der Brandstiftung mit einem Großaufgebot die Spuren. Auch das Landeskriminalamt beteiligte sich. Foto: Frank Klausmeyer

Nach dem Feuer und der Explosion im Orient-Laden am Kreuzplatz in Westerkappeln in der Nacht zum 7. Februar haben die belgischen Behörden am Donnerstag die beiden mutmaßlichen Brandstifter – zwei junge Männer aus Osnabrück – nach Deutschland ausgeliefert.

Die Beamten der Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Thomas Götze nahmen die beiden 22-Jährigen an der deutsch-belgischen Grenze entgegen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden den Männern durch das Amtsgericht Aachen die Haftbefehle verkündet.

Orientladen in Westerkappeln ausgebrannt

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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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Die 22-Jährigen sitzen nun in Untersuchungshaft. Auch die fünf anderen Männer, die – in unterschiedlichen Rollen – an der Brandstiftung beteiligt gewesen sein sollen, sitzen weiter in U-Haft, bestätigte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Freitag.

Bei der Vernehmung hätten sich die beiden aus dem Irak stammenden Osnabrücker im Wesentlichen geständig gezeigt, erklärte Botzenhardt. „Sie haben eingeräumt, den Brand gelegt zu haben.“ Bei der Verpuffung hätten sie erhebliche Verletzungen davon getragen. Außerdem hätten die beiden 22-Jährigen den 26-jährigen Inhaber des Orientladens und dessen ein Jahr jüngeren Bruder schwer belastet. Die Geschwister sollen die Osnabrücker mit der Brandlegung beauftragt haben.

„Die Angaben werden nun mit den weiteren Aussagen und bislang vorliegenden Erkenntnissen abgeglichen. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern an“, so der Oberstaatsanwalt weiter.

Auf die Spur der mutmaßlichen Brandstifter ist die Polizei offenbar durch ein Handy gekommen, das einer der 22-Jährigen am Tatort verloren hatte. Dies hat jedenfalls der Osnabrücker Rechtsanwalt Joë Thérond, der den 26-jährigen Ladeninhaber vertritt, gegenüber unserer Zeitung berichtet. Die Polizei hätte danach die Verbindungsdaten des Telefons ausgewertet und daraufhin seien Überwachungsmaßnahmen angeordnet worden, die zu den weiteren Beschuldigten geführt hätten so der Rechtsanwalt weiter.

Die beiden Brüder aus Westerkappeln und ein 30-jähriger Osnabrücker, der die Tat mitorganisiert haben soll, sowie zwei andere junge Männer aus Osnabrück, die die Brandstifter nach eigenen Angaben lediglich gefahren haben wollen, waren am 15. Februar festgenommen worden. Die beiden 22-jährigen Iraker konnten sich zunächst nach Belgien absetzen, haben sich dort aber infolge ihrer schmerzhaften Verletzungen offenbar selbst der Polizei gestellt.

Den Beschuldigten wird unter anderem versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und versuchter Betrug beziehungsweise Beihilfe und Anstiftung vorgeworfen. Über dem Ladenlokal hatte eine Familie gewohnt, die sich retten konnte. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand.

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