Fundbüro im Telgter Rathaus
Vom Kanu bis zum Schafbock

Telgte -

Im Fundbüro im Telgter Rathaus sammeln sich die tollsten Dinge an. Gemeldet werden nicht nur Schlüssel oder Fahrräder. Zu den Fundsachen gehörten auch schon ein Schafbock und ein Kanu.

Samstag, 03.03.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 03.03.2018, 12:00 Uhr
Teamleiterin Julia Kröker (r.) und Annette Wüllner präsentieren die Boxen mit Tütchen, in denen sich Uhren, Schlüssel, Handys, Ladegräte, Brillen und viele andere Fundstücke befinden.
Teamleiterin Julia Kröker (r.) und Annette Wüllner präsentieren die Boxen mit Tütchen, in denen sich Uhren, Schlüssel, Handys, Ladegräte, Brillen und viele andere Fundstücke befinden. Foto: Flockert

Ein Kanu, ein Schafbock, Hörgeräte, eine lebende Zierente oder gar der Wellensittich „Elvira“. Im Fundbüro der Stadt im Rathaus sammeln sich die tollsten Dinge an. 419 Fundsachen haben Teamleiterin Julia Kröker und ihre Kollegin Annette Wüllner – beide sind im Bürgerbüro tätig – 2017 in die Inventarliste eingetragen. „117 davon sind von ihren Eigentümern wieder abgeholt worden“, berichtet Kröker. „Das sind knapp 30 Prozent.“

Sechs Monate müssen die Fundstücke gelagert werden, dann gehen sie in den Besitz des Finders über – wenn dieser sie haben möchte. Hinzu kommt, dass er eine Verwaltungsgebühr entrichten muss, deren Höhe sich nach dem Wert der Fundsache richtet. Diese ist allerdings erst dann zu entrichten, wenn der Wert 26 Euro übersteigt.

Die Fundsachen werden von den Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros registriert. Die Finder erhalten eine Bescheinigung, dass sie den Gegenstand angemeldet haben. Einige lagern Fundstücke wie beispielsweise Fahrräder bei sich zu Hause. Ein halbes Jahr müssen sie warten, ob sich der Eigentümer meldet, der im Übrigen über die Rahmennummer und anhand weiterer Charakteristika von der Polizei gesucht wird, dann darf der Finder das gute Stück sein Eigen nennen.

Fahrräder sind zudem im Rathauskeller untergebracht. Findet sich kein Besitzer, gehen sie in der Regel an den Verein ZiB, der sie auf Vordermann bringt und dann an Flüchtlinge weitergibt. Die ganz alten Leezen sind in eine Scheune in der Bauerschaft ausgelagert worden.

Tiere finden natürlich nicht im Rathaus eine neue Heimat. Sie werden in der Regel von Mitarbeitern des Bauhofes beim Finder abgeholt und dann zum Tierheim nach Münster oder zum Hundeasyl nach Freckenhorst gebracht. Quasi „zwischengelagert“ werden Hunde aber auch am Bauhof, wo ein kleiner Zwinger existiert. Und im Keller des Rathauses gibt es für kleinere Tiere Käfige. So zum Beispiel auch für Vögel. Darin wurde auch „Elvira“ untergebracht und stand dann eine Woche im Bürgerbüro, bis sich der Eigentümer gefunden und sein Haustier abgeholt hatte.

Handys, Schlüssel, Hörgeräte, Brillen oder Papiere lagern in Boxen in den Schränken es Bürgerbüros, Portemonnaies im Tresor. Alles ist feinsäuberlich in Tüten verpackt und mit Nummern versehen.

Aber wie beweist ein Bürger, dass ein bestimmtes Fundstück auch wirklich ihm gehört. Bei einem 20-Euro-Schein, den jemand auf der Straße verloren hat, ist das nicht ganz so einfach. Der vermeintliche Besitzer muss schon genaue Angaben dazu machen können, wo er den Schein verloren hat. Vielleicht muss er auch sagen können, wie das Geld gefaltet war.

Bei Schlüsseln verlangen die Mitarbeiter einen Vergleichsschlüssel. Bei Handys reicht das Eintippen der richtigen PIN.

Einen Wunsch haben die Mitarbeiterinnen des Fundbüros: Wer etwas findet, sollte es umgehend abgeben. Denn zumeist fragten die, die etwas verloren haben, relativ zeitnah im Rathaus nach, ob ihr hab und Gut abgegeben worden ist. Nachfragen nach längerer Zeit gebe es in der Regel nicht. Der Finder müsse bei kleineren Dingen nicht selbst im Rathaus vorbeischauen. Es reiche ein Umschlag mit dem Fundstück, den Angaben, wie und wann es gefunden wurde und natürlich dem eigenen Namen. Und dann ab in den Briefkasten.

Und eines ist den Damen auch wichtig: Mit Meldungen wie „Da läuft ein Hund. Kümmern Sie sich bitte darum“ können sie wenig anfangen. Tiere müssten die Bürger schon selbst einfangen. Bis der Bauhof ausgerückt sei, seien Tiere oft schon verschwunden. Was der Bauhof aber tue: die Tiere zum Tierheim bringen.

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