Zwei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt
Sinnlose Tat aus dem Nichts

Tecklenburg -

Zwei junge Männer sind vom Jugendschöffengericht Ibbenbüren wegen gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sie hatten einen Studenten geschlagen und getreten.

Freitag, 20.07.2018, 17:12 Uhr

Zwei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt: Sinnlose Tat aus dem Nichts
Foto: dpa

Er kam zurück von der Universität in Osnabrück und war mit seinem Wagen in Tecklenburg auf dem Weg zu seinem Elternhaus, als ihn vier Personen auf einer engen Straße anhielten. Erst flog eine Wodka-Flasche auf das Autodach, dann noch einmal gegen eine Fensterscheibe. Es entstand ein Sachschaden von 5600 Euro. Der junge Student stieg aus dem Pkw und bekam direkt einen Faustschlag. Er fiel zu Boden. Die Täter traten weiter auf ihn ein. Ein aufmerksamen Nachbar rief einen Rettungswagen, der das blutende Opfer in ein Krankenhaus brachte. Das ereignete sich am 6. September 2017. Die zwei Männer – ein Jugendlicher und ein junger Erwachsener – mussten sich jetzt vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht in Ibbenbüren verantworten.

Beide Angeklagten sind zurzeit in der kommunalen Asylbewerberunterkunft der Stadt Tecklenburg untergebracht. Zum Tatzeitpunkt – etwa gegen 20.55 Uhr – waren beide mit zwei jüngeren Frauen unterwegs. Diese hatten versucht, im Lauf der Auseinandersetzung beschwichtigend einzuwirken – ohne Erfolg. Die beiden Männer waren betrunken, hatten die Flasche Hochprozentigen alleine geleert. Einer der beiden: „Ich weiß nicht mehr, warum wir das getan haben. Ich war voll besoffen.“ Eine Beziehung zum Opfer haben beide nicht. Der Student sagte aus: „Tecklenburg ist klein. Man kennt sich. Mehr aber nicht.“ Auch im Nachhinein habe es keine Entschuldigung gegeben. Die gab es erst im Gericht.

Das Urteil: Beide Angeklagten sind zu jeweils 150 Sozialstunden verurteilt worden. Der Ältere der beiden muss zudem einen Deutsch-Kursus besuchen. Dem hatte er sich zuvor entzogen. Er ist außerdem zu einem Jahr, der Jüngere für ein Jahr und drei Monate Haft verurteilt worden – beides auf Bewährung.

Der Richter sprach in der Urteilsbegründung von einer „komplett sinnlosen Tat.“ Nach dem Motto „Saufen und Raufen“ hätten die beiden durch „zu viel Langeweile“ im „ersten Rausch“ kopflos gehandelt. Strafmildernd floss in das Urteil ein, dass sich beide glaubhaft entschuldigt hatten.

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