Katholisches Gymnasium in Borken
Orden will schwulen Lehrer nicht

Borken -

Ein Referendar erhält am Gymnasium Mari­engarden in Borken-Burlo keine Festanstellung als Lehrer, weil er erklärt hat, seinen Lebenspartner heiraten zu wollen. Der Träger der Schule, der Oblatenorden mit Sitz in Hünfeld bei Fulda, hat daraufhin das unterschriftsreife Vertragsangebot wieder zurückgezogen.

Freitag, 21.09.2018, 18:53 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 21.09.2018, 18:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 21.09.2018, 18:53 Uhr
Empört reagierten Eltern und Schüler des Gymnasiums Mariengarden auf die Entscheidung des Ordens.
Empört reagierten Eltern und Schüler des Gymnasiums Mariengarden auf die Entscheidung des Ordens. Foto: Sven Kauffelt

Der katholische Orden un­terliegt kirchlichem Arbeitsrecht. Er sieht in der gleichgeschlechtlichen Ehe einen Konflikt mit den Loyalitätsanforderungen, die in der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ verankert ist.

„Die persönliche Zukunftsperspektive stimmte nicht mit diesen Vorgaben überein“, erklärt Pater Christoph Heinemann, Sprecher des Oblatenordens.

Die Schulleitung und auch der Großteil des Kollegiums am Gymnasium hätten den Mann gerne beschäftigt. Bei den Schülern war er sehr beliebt. Ordenssprecher Heinemann sagt: „Er ist ohne Zweifel ein guter Lehrer.“

Empörung bei Schülern und Eltern

Die Entscheidung sorgt bei Schülern und Eltern umso mehr für Empörung. „Das hat viele Schüler sehr schockiert“, berichtet die Schülersprecherin des Gymnasiums, Lara Doods.

Die kirchliche Grundordnung ist von der deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2014 novelliert worden. „Die Regelungen für Wiederverheiratete sind dabei gelockert worden“, teilt das Bistum Münster auf Nachfrage mit, ergänzt jedoch: „Für das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und die gleichgeschlechtliche Ehe gelten die gleichen Rechtsfolgen.“

Sie kann also arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – oder eine Einstellung verhindern. „Das ist aber immer eine Einzelfallabwägung“, erklärt Heinemann. Und: Für Lehrer müsse man strengere Maßstäbe ansetzen.

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