Eltern wenden sich an Schulaufsicht
Lehrerin soll Kinder gewürgt und an den Haaren gezogen haben

Borghorst -

Die Vorwürfe sind heftig: Eine Lehrerin der Borghorster Heinrich-Neuy-Schule soll sich über einen längeren Zeitraum hinweg den ihr anvertrauten Kindern gegenüber körperliche und seelische Übergriffe geleistet haben.

Montag, 08.10.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2018, 07:31 Uhr
Die Heinrich-Neuy-Schule feierte gerade ihr 20-jähriges Bestehen. Zum Feiern ist Eltern und Schulleitung im Moment nicht zumute: Eltern einer Klasse des dritten Schuljahrs erheben massive Vorwürfe gegen eine Lehrerin.
Die Heinrich-Neuy-Schule feierte gerade ihr 20-jähriges Bestehen. Zum Feiern ist Eltern und Schulleitung im Moment nicht zumute: Eltern einer Klasse des dritten Schuljahrs erheben massive Vorwürfe gegen eine Lehrerin. Foto: Axel Roll

„Unter anderem erhielten wir Mitteilungen darüber, dass ein Schüler am Hals gewürgt wurde und andere Schüler zum Teil an den Haaren gezogen wurden“, heißt es in einem Schreiben, das die Elternvertreter einer dritten Grundschulklasse am Montag ans Jugendamt der Stadt, die Schulaufsicht des Kreises, die Leiterin der Heinrich-Neuy-Schule sowie Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer schickten.

Schreiben führt verschiedene Fälle auf

In dem Schreiben sind noch weitere Einzelfälle aufgeführt, die ein Fehlverhalten der Lehrerin nachweisen sollen. Gesammelt wurden sie von den Elternvertretern einer Schulklasse. „Bei mir standen Mütter mit Tränen in den Augen vor der Tür“, beschreibt Elternvertreter Jochen Grondmann die Emotionen, die bei den Berichten über die „Übergrifflichkeiten“, wie sie in dem Schreiben genannt werden, hervorbrachen.

Viele Kinder hätten lange über ihre Erlebnisse in der Schule geschwiegen, weil die Lehrerin ihnen verboten habe, mit den Eltern darüber zu sprechen.

Angeblich früher schon Beschwerden

Angeblich habe es bereits vor einiger Zeit schon einmal Beschwerden von Eltern über die betreffende Lehrerin gegeben, die in genau die gleiche Richtung gingen. Da sei sie jedoch einfach nur aus einer Klasse herausgenommen und in eine andere versetzt worden.

Damit wollen die Eltern sich diesmal nicht zufrieden geben: „Auf Grund der Äußerungen und Vorwürfe bin ich als Elternvertreter verpflichtet, dieses dem Schulamt zu melden“, sagt Grondmann.

Lehrerin soll freigestellt werden

Bis kommenden Mittwoch (10. Oktober) sollen die Schulleitung und das Kreisschulamt, das für Personalangelegenheiten an Schulen zuständig ist, eine Stellungnahme zu den vermuteten Vorfällen abgeben.

Außerdem soll die beschuldigte Lehrerin bis zum endgültigen Abschluss der Ermittlungen freigestellt werden. „Anderenfalls werden wir unsere Kinder nicht zur Schule schicken!“, drohen die Eltern der Drittklässler am Ende des Schreibens – und wollen das laut Grondmann auch durchziehen: „Wenn nichts passiert, gehen unsere Kinder am Donnerstag und Freitag nicht mehr zur Schule.“ Dann seien ja „zum Glück“ erstmal zwei Wochen lang Herbstferien – „Danach erwarten wir Lösungen.“

Eltern drohen mit Anzeige

Und die sollen nach dem Wunsch der Eltern nicht nur aus halbherzigen Versetzungen bestehen. „Strafrechtliche Schritte behalten wir uns, sofern diese nicht sofort von Seiten der Schulaufsicht durchgeführt werden, vor!“ Die Leiterin der Heinrich-Neuy-Schule Marion Vriesen wollte am Montag noch keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen, sie wolle erst einmal mit der Kollegin sprechen und die Anschuldigungen intern aufarbeiten.

Auch die Schulaufsicht des Kreises übte sich noch in Zurückhaltung – man müsse jetzt erst die angeblichen Vorfälle aufarbeiten. Das kann aber dauern: Die zuständige Mitarbeiterin ist nur montags und dienstags im Dienst ...

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